• Anssi

#10 Satsang | Fragen & Antworten

Frage 1

Wenn ich meine Aufmerksamkeit auf das richte, was da wahrnimmt, wer genau richtet dann seine Aufmerksamkeit auf was?


Anssi

Die Aufmerksamkeit richtet ihre Aufmerksamkeit auf die Aufmerksamkeit und erkennt sich selbst als Aufmerksamkeit.


Die Annahme, dass es hinter der Aufmerksamkeit „jemanden“ gibt, ist ein Mythos. Da ist niemand. Da ist niemand hinter der Linse der Aufmerksamkeit. Prüfe es.


Da ist nur Aufmerksamkeit. Ohne Form. Ohne Persönlichkeit. Ohne persönliche Vergangenheit. Ohne Identität. Da ist nur Aufmerksamkeit.


Eins glaubte man, dass sich hinter einem Sturm eine Gottheit verbirgt, also ein Jemand, der den Sturm „macht“. Aber da war nie jemand. Diese Sturm-Gottheit war ein Mythos. Alles, was geschieht, geschieht. Aber da ist niemand, der es macht. Das Ich ist ein Mythos.


Aus dem Wunsch nach logischer Konsistenz verstehe ich deine Frage, aber die Antwort kann nicht logischer Natur sein. So wie ein Geschmack oder ein Geruch keine logische Natur hat, denn durch Logik kannst du weder etwas riechen noch etwas schmecken. Durch Logik erlebst du die Realität nicht.


Und so ist das hier auch: Die Realität, die du bist, ist keine logische Antwort. Die Aufmerksamkeit, die du bist, kann schlicht erkennen, dass sie keine Form besitzt und jenseits von Raum und Zeit existiert. Wenn sie sich auf sich selbst richtet, statt sich permenanent auf den Verstand zu richten.


Solange die Aufmerksamkeit, die du bist, sich noch nicht als solche erkannt hat, wird sich dein Verstand natürlich wundern und fragen, wie es sein kann, dass hinter der Aufmerksamkeit niemand ist, obwohl es so scheint, als würdest „du“ wahrnehmen und dieses „Du“ scheinbar ein Jemand ist.


Erst die Erfahrung der Selbsterkenntnis, erst das spirituelle Erwachen wird dir offenbaren, dass es so ist: Da ist niemand. Das Ich ist ein Mythos. Und der Träger dieser Erkenntnis wird kein Ich sein, sondern etwas komplett anderes.


Frage 2

Bist du nach dem Erwachen auch in den ersten Monaten, bzgl. problematischer Alltagssituationen, zwischen Bewusstsein und Ich-Identifizierung hin und her „geworfen“ worden?


Anssi

Das verlangt nach einer subtileren Antwort als ein bloßes Ja oder Nein.


Würdest du fragen: Gab es Momente, in denen ich zu meinem Bedauern kurz vergaß, was ich wirklich bin? Ja, die gab es. Die gibt es bis heute.


Auf der anderen Seite – und dies ist ebenso wahr – unterlag meine spirituelle Natur (die Erwachtheit) nie einer Veränderung.


Zudem ist ein harmonisches Leben ohne eine Ich-Identifizierung nicht möglich. Du musst dich mit dem Körper identifizieren können, wenn du ihn bewegen möchtest.


Du musst dich mit deinem Verstand identifizieren können, wenn du denken, schreiben oder sprechen möchtest. Und du musst dich mit deinen Emotionen und Energien identifizieren können, um das Dienliche vom Undienlichen unterscheiden zu lernen.


Erwacht zu sein, bedeutet nicht, dass man sich nicht identifizieren kann, es bedeutet, dass man es nicht mehr zwanghaft und unbewusst tun muss und es daher bewusst tun oder lassen kann.


Es ist ein gewaltiger Unterschied im Leben eines Menschen, ob das Ich nur als Funktion gebraucht oder als die ganze Identität wahrgenommen wird.


Gänzlich ohne die Möglichkeit zur Identifizierung zu sein, würde jedoch bedeuten, dass du nicht mehr wissen würdest, wie du dich selbst ernähren kannst.


In diesem Sinne kann ich sagen: Ich identifiziere mich mit großer Freude täglich. Letztendlich ist alles das Selbst.


Frage 3

Erfahren wir durch Erleuchtung das gesamte Universum inkl. allen Wesenheiten (Aliens, Götter,..), um mit ihnen zu interagieren, sprich: in deren Dimensionen zu reisen?


Anssi

Durch Erleuchtung erfahren wir, dass es in der höheren Realität keine Einzelwesen gibt und wir alle das ganze Universum sind – mehr als das.


Uns selbst als das eine Einheitsbewusstsein erleben zu können, das alles Leben beinhaltet, öffnet uns natürlich stärker für die Interaktionen mit weiteren Teilen unseres Bewusstseins. Aber um „erleuchtet zu werden“, darfst du kein anderes Motiv haben, als „erleuchtet zu werden“.


Wenn du Erleuchtung suchst, um zu … was immer es ist ... um mit Aliens zu kommunizieren zum Beispiel ... Wenn Erleuchtung für dein Ego nur ein Mittel zum Zweck ist, wirst du dein Ego nicht loslassen können und somit auch keine Erleuchtung erfahren.


Wenn du Erleuchtung willst, musst du dich selbst loslassen und dazu zählen auch alle deine persönlichen Motive, warum du Erleuchtung willst. Denn deine Motive sind an das Ich gebunden, was du loslassen darfst, um das Einheitsbewusstsein bewusst zu erleben und zu sein.


Frage 4

Wie kann ich in meiner Essenz bleiben, wenn in meinem familiären Umfeld mich eine Person täglich anlügt und lautstark seine Positionen vertritt?


Anssi

In deiner Frage setzt du voraus, dass du weißt, was deine Essenz ist. Aber das weißt du noch nicht. Ansonsten würdest du diese Frage nicht stellen.


Wenn du wüsstest, was deine Essenz ist, wüsstest du auch, dass du sie unter keinen Umständen verlassen kannst. Und es daher auch keine Notwendigkeit gibt, in ihr zu "bleiben".


Hier ein Vergleich: Dir ist bewusst, dass du deine körperliche Natur bist: der Mensch. Und weil dir das bewusst ist, fragst du dich nicht, wie du in bestimmten Situationen im Körper bleiben kannst, oder?


Es gibt schlicht keine Notwendigkeit, dich darum zu kümmern, wie du in deinem Körper bleibst, weil du auf einer bestimmten Ebene deines Seins erkannt hast, dass du der Körper BIST.


So ist das mit deiner Essenz, also deiner spirituellen Natur auch. Sobald dir bewusst wird, dass du sie BIST, stellst du dir nicht mehr die Frage, wie du in ihr bleiben kannst, weil du sie BIST.


Erkenne also erst, was deine Essenz ist. Wenn es das ist, was du möchtest, findest du hier mein Angebot dazu: www.anssi.guru/herzerfolg


Die Selbsterkenntnis wird jedoch nicht dein Beziehungsproblem lösen, das du in deiner Frage angedeutet hast.


Frage 5

Ist es einem Erwachten noch möglich, an ein personifiziertes mythisches Gottesbild zu glauben, wie beispielsweise an Jahwe aus dem Alten Testament?


Anssi

Ja, das ist möglich. Denn jeder Glaube kann eine dienliche Funktion haben, ganz unabhängig davon, ob man sich selbst als Mensch oder auch als Einheitsbewusstsein wahrnehmen kann.


Frage 6

Verhindert der regelmäßige Alkoholkonsum mein Erwachen oder zu erkennen, was ich wirklich bin?


Anssi

Du würdest diese Frage nicht stellen, wenn dein Herz nicht bereits entschieden hätte, dass du auf den regelmäßigen Alkoholkonsum verzichten möchtest. Wird dieser Verzicht dich beim Erwachen unterstützen? Ja.


Letztens habe ich folgenden Spruch gehört, der dir vielleicht hilft: "Jedes großartig gelebte Leben enthielt einen großartigen Verzicht." Da ist viel Wahres dran.


Frage 7

Welchen Raum hat Mitgefühl aus deiner Sicht in einem non-dualistischen Weltbild, das davon ausgeht, dass alles in Ordnung ist, nichts geheilt werden muss?


Anssi

Wenn das Nondualistische nur ein Weltbild ist, also auf der Ebene der rationalen Überzeugungen bleibt, führt es geradewegs in den Satanismus und damit Weg vom Mitgefühl.


Das Gegenteil tritt ein, wenn die Nondualität nicht als Weltbild, sondern als ein möglicher dauerhafter Seinszustand betrachtet wird. Ein anderes Wort für Nondualität wäre auch Einheitsbewusstsein oder der erleuchtete Zustand.


Wenn du dich selbst als die Nondualität erkennst, erkennst du auch, dass dein Wesen zugleich das Wesen aller Formen ist. Und weil du erkennst, dass alle Körper im Universum dein Körper sind, erwächst daraus ein enormes Mitgefühl. Eine Nächstenliebe, die zugleich Selbstliebe ist, weil alles und jeder dein Selbst ist. Alles ist eins.


Dann wirst du auch die Wahrheit erkennen, dass alles stets in bester Ordnung ist.


Versuche jedoch nicht, den Karren vor das Pferd zu spannen. Du kannst nicht wahrnehmen, dass alles stets in bester Ordnung ist, wenn du dich selbst nicht als Nondualität erkannt hast. Du kannst es höchstens im Herzen erahnen.


Zudem: Selbst wenn alles in bester Ordnung ist, gibt es zugleich auch eine Entwicklung und Heilung. Da gibt es keinen Widerspruch. Man kann ja auch einen Gips tragen und sich dennoch so fühlen, dass alles in bester Ordnung ist.


Nur weil etwas geheilt werden will, heißt das nicht, dass nicht alles in bester Ordnung ist. Was aber stimmt: Auf der höchsten Ebene deines Seins – der Nondualität –, braucht es keine Heilung, weil diese Ebene jenseits von Raum und Zeit existiert und daher stets vollkommen ist.


Die nonduale Ebene des Seins wahrnehmen zu können, ist mehr eine Fähigkeit, die man erlangen kann, und weniger ein Weltbild, das man einfach übernimmt. Und nur wenn diese Fähigkeit erlangt wird, entsteht mehr Mitgefühl, es entsteht nicht durch den Glauben an ein "nondualistisches Weltbild".


Frage 8

Sobald ich still werde, tauchen Angst und Trauer auf, doch sie werden weder tiefer noch lösen sie sich auf. Was kann ich tun?


Anssi

Im ersten Schritt gibst du dich offenbar hin. Dadurch tauchen Angst und Trauer auf. Doch dann willst du, dass es anders ist, als es ist. Du willst, dass die Gefühle tiefer werden oder sich auflösen.


Gib auch diesen Wunsch hin. Lasse das Leben entscheiden, was es wann mit diesen Gefühlen macht. Das ist nicht deine Aufgabe in der Hingabe. Und je mehr du das Steuer in deiner Hand behalten willst, während diese Gefühl da sind, desto weniger wird passieren.


Glaube nicht, dass du besser weißt, wann was passieren sollte. Lasse einfach geschehen, was geschieht. Überlasse dich einer höheren Intelligenz – der gleichen Intelligenz, die nachts weiß, wann sie dich einschlafen lässt, ohne dass du etwas beiträgt. Außer deinen Willen loszulassen und dich dieser Intelligenz hinzugeben.


Frage 9

Während jahrelanger Meditationen wurde das Gefühl des In-die-Erde-Ziehens in meinem Kopf und Körper immer stärker und andauernder. Mein Verstand erzeugt daher Angst. Was tun?


Anssi

Gespannt sein, was passiert, wenn du dich diesem Gefühl der Angst vollkommen hingibst, statt zu glauben, dass da etwas verkehrt läuft.


Als du angefangen hast zu glauben, dass du auf dein Menschsein beschränkt bist, entstand die Wurzel aller Ängste: die Todesangst.


Der Glaube, dass du nur ein Mensch bist, ist jedoch nicht wahr. Und weil das ein Irrglaube ist, ist die Angst entstanden. Sie ist entstanden, um dir diesen Irrglauben zu signalisieren, so wie starke Hitze dir signalisiert, dass du deinen Hand von der Herplatte nehmen solltest.


Die Angst war also dein Freund, weil sie dich immer auf eine Unwahrheit aufmerksam macht, die du glaubst.


Die Angst hat aber auch die Kraft, die Unwahrheit, dass du nur ein Mensch bist, aufzulösen, wenn du sie voll und ganz zulässt.


Aus diesem Grund, aus dieser Liebe heraus kommt die Angst in tiefen meditativen Zuständen: Sie kommt, um dich von deiner Limitierung zu erlösen.


Erst entstand der Irrglaube, dann die Angst. Und dann passiert das Umgekehrte: Erst kommt die Angst und jene löst den Irrglauben wieder auf.


Weichst du der Angst aus oder begegnest du ihr mit Misstrauen, vermeidest du in Wahrheit die Gnade Gottes, die dich aus deiner Limitierung befreien will.


Frage 10

Wie kann ich Heilung finden bei großer Angst, etwas falsch zu machen und fürchterlichen Selbstvorwürfen, wenn es (scheinbar) doch passiert ist?


Anssi

Was ich gleich sagen werde, wird zunächst komisch klingen, aber da ist eine Arroganz in dir, die sich über deine Natürlichkeit erhebt.


Verstehe bitte eine Sache: Du fühlst dich nur dann schlecht, wenn du einer Unwahrheit glaubst.


Wenn du etwas glaubst, obwohl es sich schlecht anfühlt, erhebst du dich über deine Natur und das ist arrogant. Und diese Arroganz verursacht dir unnötig Leid – und damit auch anderen , weil andere unter dir leiden, wenn du leidest.


Selbstvorwürfe fühlen sich nicht gut an. Es ist arrogant, sich dieses Leid dennoch zuzufügen.


Angst vor Fehlern zu haben, fühlt sich nicht gut an. Es ist arrogant, sich von diesen Ängsten bremsen zu lassen.


Es ist absolut notwendig, vergangene Fehler zu bereuen, damit das System sich diese Fehler einprägt und man sie nicht ständig wiederholen muss.


Wenn man an seiner Heilung und der Heilung seiner Mitmenschen interessiert ist, ist es ebenso notwendig, sich selbst in dieser Reue zu vergeben, die Reue damit komplett loszulassen und seine Identität von dieser vergangenen Geschichte ("Fehler") zu befreien, so als wäre sie nie passiert.


So wie du mit dir umgehst, spiegelst du wieder, wie du mit der ganzen Menschheit umgehst.


Merke dir: Wenn du leidest, hast du unrecht. Wenn du leidest, glaubst du etwas, das nicht stimmt. Wenn du leidest, erhebst du dich über das Naturgesetz, dass Leiden dir die Unwahrheit signalisiert.


Machst du eine Unwahrheit zur Wahrheit, ist das Arroganz. Und wie machst du eine Unwahrheit zur Wahrheit? Indem du eine Geschichte in deinem Kopf für die Wahrheit hältst, obwohl sie sich schlecht anfühlt.

Daher merke dir: Wenn du leidest, hast du unrecht. Diese Demut schützt dich vor der Arroganz. Diese Demut befreit dich von unnötigem Leid.


Deine Natur ist Freude, Liebe, Friede, Freiheit. Alles andere entspricht nicht deiner Natur. Alles andere sind Symptome einer geglaubten Unwahrheit.

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Foto: innermost limits

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