• Anssi

#12 Satsang | Fragen & Antworten

Frage 1

Wie sollte man am besten meditieren, um zu erkennen, wer man in Wahrheit ist?


Anssi

Es gibt dafür keine Methode, die allen anderen überlegen ist.


Für unterschiedliche Menschentypen gibt es für unterschiedliche Lebensphasen günstige und weniger günstige Methoden.


Aber um deine Frage zu beantworten: Die beste Methode für dich ist immer die, von der du am meisten glaubst, dass sie dir hilft.


Denn entscheidender als die Methode ist dein Glaube an ihren Nutzen und an ihren Wert für dich.


Brauchst du es wissenschaftlich oder traditionell, dann wähle eine entsprechen Methode. Brauchst du es übernatürlich oder außergewöhnlich, dann wähle eine entsprechende Methode.


Das, was wir oft abwertend als Placebo-Effekt bezeichnen, ist in Wahrheit deine Schöpferkraft.


Suche also nicht nach der besten Methode, suche nach der Methode, von der du am stärksten glaubst, dass sie dir hilft. Das ist die beste Methode für dich.


Ich sage oft: Der Anblick einer Cola-Dose kann dir beim Erwachen helfen, eine Cola-Dose kann dein Guru sein, wenn du daran glaubst.


Dein Glaube ist entscheidend, die Methode ist sekundär.


Frage 2

Wie ist es als empathischer Mensch möglich, in dieser Gesellschaft ein harmonisches, schmerzfreies Körperbefinden zu erreichen?


Anssi

Deiner Frage geht der Irrglaube voraus, dass die Ursache für ein disharmonisches Körperbefinden in der Gesellschaft liegt. Doch das ist nicht die Wahrheit.

Du stellst dich selbst als Opfer der Gesellschaft dar, doch die Ursachen für sämtliche Disharmonien liegen in dir.


Lägen die Ursachen in der Gesellschaft, bräuchtest du deine Frage nicht stellen, denn die Gesellschaft kannst du nicht einfach ändern.


Die Gesellschaft besteht aus Menschen und jeder davon hat einen freien Willen sowie eine eigene Würde. Du kannst ihnen deinen Willen nicht aufdrängen (Manipulation), zumindest nicht, ohne dir selbst damit zu schaden.


Die Gesellschaft liegt jenseits deiner direkten Einflussreiche. Solange du also die Ursache für dein Unwohlsein in der Gesellschaft suchst, beraubst du dich der Chance, dein Wohlbefinden selbst zu regulieren.


Scheinbar lebst du noch in einem inneren Widerspruch:

Einerseits möchtest du deinen Zustand eigenmächtig regulieren, andererseits möchtest du noch nicht vollständig akzeptieren, dass du die Macht und die Verantwortung dafür hast.


Daher müsstest du erst die Haltung ablegen, dass du irgendwelche Ansprüche an die Gesellschaft haben dürftest oder sie für dein Unwohlsein verantwortlich machen kannst.


Denn eine solche Haltung ist eine kindliche Projektion gegenüber den Eltern. Eine kindliche Haltung. Es ist die Weigerung, erwachsen zu werden.


Dann müsstest du die volle Verantwortung für dein Leben übernehmen, um dich effektiv von bestimmten Denk- und Verhaltensmustern trennen zu können.


Denn es sind dein Denken und dein Verhalten, die dein emotionales Wohlbefinden regulieren – und nichts anderes.


Und wenn du dein emotionales Wohlbefinden regulieren kannst, hat die Gesellschaft keinen nennenswerten Einfluss mehr auf dich.


Frage 3

Wohin mit mir, wenn es gerade nichts zu tun gibt?


Anssi

So denken wir, wenn wir uns in einem chronischen Stresszustand befinden. Danke für diese Frage.


Der Kampf oder die Flucht ist beendet, doch unser Nervensystem hat das noch nicht registriert. Also fragen wir uns: „Wohin mit mir, wenn es nichts zu tun gibt?“


Warum taucht diese Frage überhaupt auf?


Weil das Nichts-Tun bei einer Gefahr lebensgefährlich ist. Wenn es eine Gefahr gibt, dann sollten wir etwas tun – kämpfen oder fliehen.


Durch unverarbeitete Traumata und dadurch, dass wir uns von negativen Nachrichten und negativen Medien täglich traumatisieren lassen, ist dieser biologisch sinnvolle Stresszustand bei vielen Menschen chronisch geworden.


Folge: Nichts-Tun fühlt sich unangenehm an, obwohl es weder eine Gefahr gibt, auf die man reagieren müsste, noch eine Notwendigkeit, etwas zu tun.


Wenn man in einem chronischen Stresszustand lebt, wird auch die Tatsache vergessen, dass das Nichts-Tun (das "Auftanken") viel erfüllender ist als das Tun.


Natürlich gibt es wichtige und freudvolle Taten. Ich behaupte also nicht, dass das Nichts-Tun ausreichen würde, um ein glückliches Leben zu führen.


Ich sage: Das Nichts-Tun und das Tun können beide sehr erfüllend sein und sollten auch in eine Balance gebracht werden. Aber! Erfüllender ist dennoch das Nichts-Tun.


Vermeidest du das Nichts-Tun, vermeidest du dein größtmögliches Wohlbefinden. Liebe-Glückseligkeit ist eine Folge des Nichts-Tuns, nicht das Ergebnis deiner Willenskraft.


Liebe-Glückseligkeit ist dein natürlicher Zustand, wenn du jegliches Tun unterlässt und deinen Körper-Geist vollkommen entspannen kannst.


Die Frage, die du dir stellen darfst, ist: Bin ich bereit, mich mit den unangenehmen Gefühlen zu konfrontieren, die entstehen, wenn es nichts zu tun gibt? Bin ich bereit das Auszuhalten und es liebevoll anzunehmen?


Denn nur wenn du bereit bist, diese Gefühle auszufühlen, kannst du dein Nervensystem von einem chronischen Stresszustand befreien.


Dann kannst du erleben, dass du weder einen Grund noch eine Aktivität brauchst, um glücklich zu sein. So wie ein Kind es kann.


Und ein voller „Tank“ aus Liebe-Glückseligkeit, der im Nichts-Tun entsteht, hindert dich nicht daran, Sinnvolles zu tun. Im Gegenteil.


Frage 4

Ich fühle zwei echt mächtige Extreme in mir: den Drang zu erwachen und Angst/Müdigkeit bei diesem Thema. Einfach alles zulassen?


Anssi

Ja, aber verstehe auch, dass es nicht anders sein kann.


Etwas in dir will deine komplette Identität verlassen. Die Raupe will sich selbst auflösen, um ein Schmetterling zu werden.


Die Raupe will ein komplett neues Wesen werden, das mit seinem eigenen Wesen nichts mehr zu tun hat. Gar nichts! Das ist eine Todessehnsucht.


Doch die Raupe ist das, was bisher für dein Überleben gesorgt hat. Das, was deine Beziehungen, deine Gesundheit und deine Ressourcen aufrechterhalten hat. Die Raupe hat auch eine (Über-)Lebenssehnsucht.


Todessehnsucht und Lebenssehnsucht – das sind die beiden Extreme.


Natürlich hat die „Raupe“ Angst, in den „Kokon“ zu gehen, denn es ist ihr Ende. Doch etwas in dir ruft dich trotzdem dahin.


Und es ist nur eine Frage der Zeit bis diese Todessehnsucht stärker wird als die Lebenssehnsucht, bis der Ruf stärker ist als der Wunsch der Raupe zu überleben. Denn ihr Überleben ist ohnehin nicht möglich. Ihr Tod ist absolut sicher.


Merke dir jedoch Folgendes (wobei ich das Folgende mehr an die Allgemeinheit richte als an dich persönlich):


Die Todessehnsucht richtet sich nie auf deinen physischen Tod aus (Suizid), das ist nur, was das Ego daraus macht.


Das Ego kann einem einreden – vor allem nach überraschenden Schicksalsschlägen –, dass man sich physisch umbringen möchte. Das ist eine falsch verstandene Todessehnsucht. Davon spreche ich nicht.


Die wahre Todessehnsucht, also der Wunsch zu sterben, bezieht sich auf einen spirituellen Tod, auf die Transformation von einer getrennten, sterblichen Person zum ungetrennten, unsterblichen Einheitsbewusstsein.


Die Todessehnsucht ist eine Sehnsucht nach Erleuchtung. Es ist die Sehnsucht, sich vollkommen vom Leid zu befreien. Und das ist nicht nur möglich, sondern in der Evolution unseres Bewusstseins unvermeidlich.





Frage 5

Wenn ich im Tiefschlaf reines Bewusstsein bin und im erwachten Zustand auch, wo liegt dennoch der Unterschied bzw. wer/was nimmt diesen Unterschied wahr?


Anssi

Du meinst sicher einen wachen Zustand (im Gegensatz zum Tiefschlaf) und keinen „erwachten Zustand“ im spirituellen Sinne.


Ich antworte dir zumindest so, als hättest du das gemeint.


Antwort: Mache dir bewusst, dass du etwas Unmögliches verlangst.


Du möchtest den Unterschied theoretisch verstehen, der sich aber nur praktisch erleben lässt.


Du gleichst jemanden, der noch nie etwas gegessen hat, aber wissen will, was der Unterschied zwischen salzig und süß ist.


Doch das kann dir niemand beantworten. Du musst es selbst kosten, um den Unterschied zu erleben.


Du müsstest dich selbst zuerst als „reines Bewusstsein“ erkennen, dann ließe sich deine Frage beantworten. Nicht durch mich, sondern durch dein eigenes Erleben.


Frage 6

"Jedes großartig gelebte Leben enthielt einen großartigen Verzicht" - dies war eine Zeile in deinem letzten Newsletter. Was war dein größter Verzicht, Anssi?


Anssi

Ja, ich habe diesen Satz selbst zitiert und von jemanden übernommen. Das möchte ich vorausschicken. Jetzt zu deiner Frage.


Auch wenn alles Folgende paradox klingt, aber mein größter Verzicht war, auf mich selbst zu verzichten. Und damit auch auf alle meine Wünsche, Träume, Überzeugungen, Beziehungen und Wege.


Am 21.01.2009 gab ich mich selbst komplett auf. Und es gibt keinen größeren Verzicht im Leben als das (aber auch keine größere Erfüllung).


Und dies war nicht das letzte Mal, dass ich bewusst in den Tod gegangen bin. Man könnte sogar sagen: Ich sterbe viele Male am Tag, jeden Tag. Immer noch. Und immer wieder.


Frage 7

Ich möchte so gern eine Beziehung leben, was kann ich tun?


Anssi

Erkenne erst, dass sich dein Wunsch nur auf der Oberfläche auf eine Beziehung ausrichtet.


Der Wunsch hinter deinem Wunsch ist mehr Liebe, ein Gefühl der Einheit und Vollkommenheit und nach Verbindung.


Verstehe das: Nur weil du eine Beziehung hast, bedeutet das nicht, dass du Liebe fühlst. Aber wenn du Liebe fühlst, ist es egal, ob du eine Beziehung hast oder nicht.


Es geht also in Wahrheit nicht um eine Beziehung, sondern um das Gefühl der Liebe. So wie es bei dem Wunsch nach einer Arznei nicht wirklich um das Mittel geht, sondern um die Wiederherstellung der Gesundheit.


Dein Mittel ist die Beziehung, doch der Zweck ist das Gefühl der Liebe.


Noch ist es so: Du erlaubst dir, dieses Gefühl der Liebe bisher nur in einer Beziehung zu haben. Deshalb glaubst du auch, eine zu brauchen. Das ist jedoch ein Mangeldenken. Und nicht hilfreich.


Wenn es um Gefühle geht, kann dein Gehirn nicht zwischen Fantasie, einem Spielfilm und der sinnlichen Wirklichkeit unterscheiden. Nutze daher deine Fantasie auf eine ganz bestimmte Weise:


Mache es zu deiner täglichen Praxis, ein Kopfkino mit deiner Wunschbeziehung ablaufen zu lassen; tue es aber unbedingt so, dass du in dir schöne Gefühle erzeugst.


Suche nach den Fantasien, die in dir schöne Gefühle erzeugen.


Was immer du dir vorstellst, es sollte schöne Gefühle bewirken: Freude, Dankbarkeit oder Liebe. Das ist bei dieser Praxis das Wichtigste.


Lerne also, eigenmächtig jene Gefühle zu erzeugen und zu genießen, die du in einer Beziehung erleben möchtest – unabhängig von einer Beziehung, allein durch die Kraft deiner Fantasie.


Mache es dir zum Ziel, so gut darin zu werden, die erwünschten Gefühle mithilfe deiner Fantasie zu erzeugen, dass dich der Wunsch nach einer Beziehung nahezu gänzlich verlässt.


Denn erst wenn du innerlich in der Fülle bist, wirst sich die Chance nach einer äußeren Fülle von ganz alleine manifestieren. Du müsstest diese Chance dann nur noch ergreifen.


Es wird jemand in dein Leben treten, ohne dass du von ihm oder ihr abhängig wirst, denn jetzt hast du gelernt, dich mit den gewünschten Gefühlen selbst zu versorgen.


So nutzt du dein Potenzial und deine Schöpferkraft, um dich selbst zu erfüllen, ohne auf eine mögliche Beziehung verzichten zu müssen. Ohne auf eine mögliche Beziehung zu warten.


So machst du dich nicht von Menschen abhängig, die jenseits deiner Einflussähre liegen. Denn ob dich jemand lieben möchte oder ob jemand mit dir eine Beziehung führen möchte oder wie lange, lag noch nie in deiner Macht und wird auch nie in deiner Macht liegen.


Aber was immer in deiner Macht liegt, ist, dich selbst zu lieben. Und dir selbst das zu geben, was du dir durch eine Beziehung erhoffst.


Frage 8

Wieso erfahre ich die Welt durch diesen einen Körper, wenn ich nicht dieser Körper bin? Ist „nach“ der Erleuchtung dieses Zentrum nicht mehr vorhanden?


Anssi

Mir fällt gerade auf, dass das zwei Fragen sind, und hätte ich vorher besser aufgepasst, hätte ich deine Frage gelöscht, weil sie gegen die Spielregel verstößt, nur eine Frage zu stellen.


Aber scheinbar will das Leben, dass ich trotzdem darauf antworte. Also gut.


Du schreibst:„Wieso erfahre ich die Welt durch diesen einen Körper ...“


Das tust du nicht. Das ist kein Faktum. Das glaubst du nur, weil du das nicht ausreichend hinterfragt und praktisch überprüft hast.


Du schreibst:„Ist 'nach' der Erleuchtung dieses Zentrum nicht mehr vorhanden?“


Dieses Zentrum ist auch vor der Erleuchtung nicht vorhanden. Das es dieses Zentrum gibt, ist nur dein Glaube, es ist kein Faktum.


Dein Körper ist nicht dein Zentrum, weder vor der Erleuchtung noch nach der Erleuchtung. Das glaubst du nur.


Es ist ein ähnliches Phänomen wie beim Anschauen eines Films: Du vergisst beim Anschauen, dass der Film nicht die Wirklichkeit ist. Du glaubst, der Film sei real.


Du entscheidest dich dafür – ob bewusst oder unbewusst –, den Film so zu betrachten, als sei er die Wirklichkeit und als sei der Held oder die Heldin dein Zentrum.


Das ist deine Entscheidung. Das nennen wir Identifikation: etwas zum Ich machen, etwas zum Zentrum machen. Das ist Identifikation.


Ohne diese Identifikation würden deine Emotionen nicht auf den Film reagieren und du würdest dich nicht unterhalten fühlen.


Doch nur, weil du so tun kannst, als sei der Film die Wirklichkeit und als seien die Rollen darin dein Ich, bedeutet das noch lange nicht, dass der Film auch tatsächlich die Wirklichkeit ist.


Auf eine sehr ähnliche Weise hast du dich unbewusst entschieden, so zu tun, als sei dein Alltag die Wirklichkeit. Als seist du wirklich der Körper. Als sei die sinnliche Welt oder deine mentale Welt die höchste Wirklichkeit.


Tatsächlich ist das, was du die Wirklichkeit nennst, nur ein Traum in einem unsterblichen, formlosen Bewusstsein, das du bist. Und das bist du jetzt schon.


Ob dir das jetzt bewusst ist, ist eine andere Frage. Doch um den Film-Vergleich noch einmal aufzugreifen:


Der Wahrheit ist es egal, ob du gerade glaubst, dass ein Film real ist oder eben nur ein Film. Das ändert nichts an der Tatsache, dass es nur ein Film bleibt. Und es eine Realität jenseits des Films gibt, die echter ist als der Film (dein Alttag).


Und der Wahrheit ist es auch egal, ob du dich für einen Menschen in einer wirklichen Welt hältst. Das ändert nichts an der Tatsache, dass du das in Wahrheit nur träumst – und dir darüber bewusst werden kannst. Das nennt man Freiheit.


Frage 9

Sollte ich meinem Vater beim Sterben begleiten dürfen, wie bin ich hilfreich?


Anssi

Das weiß ich nicht, das hängt von vielen Faktoren ab.


Aber lasse mich dir sagen, wie ich glaube, dass ich es grundsätzlich machen würde. Vielleicht ist das hilfreich für dich. Und wenn nicht, dann vergiss das wieder.


Wenn ich wüsste, dass ein geliebter Mensch stirbt, würde ich mich zurückziehen und mich, falls nötig, solange ausweinen, bis der Gedanke an die bevorstehenden Tod mich nicht mehr traurig macht. Warum?


Damit ich in der Gegenwart des geliebten Sterbenden nicht traurig bin, sondern mich auf das Gefühl der Liebe, Freude und Wertschätzung ausrichten kann.


Und in diesem Gefühl würde ich dem sterbenden Menschen begegnen wollen, so dass es ihm leichter fällt, ebenso in ein Gefühl der Liebe und Wertschätzung zu sein, statt sich zu ängstigen oder sich selbst zu bemitleiden.


Wer in einem Gefühl der Liebe, Freude und Wertschätzung ist, kann keine Angst fühlen oder leiden.


Ich würde nicht wollen, dass jemand seine letzte Lebenszeit in Leid verbringt, denn dafür gibt es aus meiner Sicht auch gar keinen Grund.


Ich würde mir auch überlegen, ob ich demjenigen noch etwas sagen will, was ich bereuen würde, falls ich es nicht sage und es nach dessen Tod zu spät wäre.


Ich würde dafür sorgen, dass ich selbst sehr gut gelaunt bin und hoch schwinge, damit der geliebte Sterbende damit in Resonanz gehen kann.


In jedem Fall würde ich keine Maske aufsetzen und auch Gefühle der Trauer vor dem Sterbenden nicht vestecken. Ich würde es als nicht liebevoll empfinden, einen Sterbenden so zu täuschen.


Und wenn ich vor dem Sterbenden losheule, dann ziehe ich diese Wahrhaftigkeit vor.


Denn je schneller ich mich ausheule, desto schneller bin ich wieder in einem schönen Gefühl und je schöner mein Gefühl, desto leichter ist es auch für den Sterbenden, mit diesem Gefühl in Resonanz zu gehen.


Wie in jeder Interaktion ist auch hier das Beste, was am ehrlichsten ist. Auch wenn das bedeutet, den Sterbenden gar nicht zu begleiten.


Das wäre auch die allererste Frage, die ich mir stellen würde: Möchte mein Herz, mein höhreres Selbst, dass ich, der Mensch Anssi, den Sterbenden begleite?


Oder dränge ich mich durch ein falsch vertandendes Mitgefühl dem Sterbenden auf und beraube ihn wohlmöglich einer Begleitung, die ihm viel besser dient?


Frage 10

Ist auch nach dem Erwachen das Genießen nur Mithilfe des Egos möglich oder kann das Selbst auch genießen, obwohl es einfach nur ist?


Anssi

Es ist ohnehin immer das Selbst, was das Leben in allen Facetten genießt.


Das Einzige, was das Ego "genießt", ist die Schadensfreude oder das Dominieren, Kritisieren und Erniedrigen anderer.


Deine Frage ist allerdings nicht zielführend, weil du vor dem Erwachen weder weißt, was das Selbst ist, noch wirklich erfassen kannst, was man als Ego bezeichnet.


Ich zeige dir mal, wie deine Frage wirklich aussieht, damit du verstehst, warum das keine sinnvolle Frage für dich ist:


„Ist auch nach dem X das Genießen nur Mithilfe des Y möglich oder kann das Z auch genießen, obwohl es einfach nur ist?“


X, Y und Z sind alles Unbekannte für dich, daher machen solche Fragen wenig Sinn. Außer du fragst, was X, Y oder Z bedeutet.


Darauf gibt es jedoch keine einfache Antwort. Darauf gibt es nur einen Weg zur Selbsterforschung, den du gehen kannst.


Die Antworten findest du früher oder später in deinem Inneren. Ich hoffe früher. Heute. Jetzt.

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Foto: Danke an Simon Clayton.

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