• Anssi

#14 Satsang | Fragen & Antworten

Frage 1

Wie kann man sich die Wahrheit vorstellen?


Anssi

Gar nicht. Du kannst nicht mit den Ohren riechen. Du kannst nicht mit den Augen schmecken. Und du kannst dir mit deinem Verstand nicht die Wahrheit vorstellen. Das ist nicht möglich.


Kurzum: Deine Vorstellungskraft ist nicht das richtige „Gerät“, um die Wahrheit zu erkennen.


Zumindest nicht, wenn du die absolute Wahrheit finden willst und wir hier nicht von intellektuellen „Wahrheiten“ sprechen, den jene kann man sich natürlich vorstellen und erdenken.


Die absolute Wahrheit hat jedoch folgende Eigenschaften, die intellektuelle Wahrheiten nicht haben:


a) Die absolute Wahrheit ist mit deinem wahren Selbst identisch,

b) sie ist immer präsent, sie ist ein unveränderliches Kontinuum und

c) sie hat keine Form, keine Zeit und keine Lokalität.


Unser Verstand sieht jedoch nur das, was sich verändert, oder das, was sich potenziell verändern kann. Unser Verstand ist selbst eine Form in Raum und Zeit und sieht daher auch nur Formen in Raum und Zeit.


Das Unveränderliche, das Ewige kann der Verstand nicht „sehen“. Er ist absolut blind dafür.


Der Versuch, sich die absolute Wahrheit vorzustellen – ob in Worten oder Bildern – gleicht dem Versuch, mit einer Waage die Temperatur zu messen:


Man bekommt zwar ein Messergebnis, aber es ist völlig unbrauchbar, es besitzt keinerlei Aussagekraft. Egal, wie man die absolute Wahrheit definiert, es besitzt keine Aussagekraft.


Wenn du die absolute Wahrheit hier und jetzt erkennen willst – was auch immer das ist –, dann geht das nur über deine gedankenleere Aufmerksamkeit, die frei von jeder Vorstellung ist und bleibt.


Frage dich: Was nimmt diesen Augenblick wahr?


Was nimmt wahr? Ich meine nicht die einzelnen Bestandteile des Augenblicks, sondern was nimmt den Augenblick als Ganzes wahr – pausenlos!


Was nimmt alles wahr? Alles, was der Augenblick enthält? Gleichzeitig. Das Innen und das Außen zusammen. Immer! Ohne Pause.


Was nimmt diesen Augenblick pausenlos wahr?


Hüte dich davor, diese Frage im Kopf zu beantworten. Suche die Antwort nicht im Verstand. Jede Antwort, die du aussprechen oder denken kannst, ist falsch. Warum?


Weil eine sprachlich-gedankliche Antwort nicht das ist, was den ganzen Augenblick hier und jetzt wahrnimmt.


Der Verstand ist immer nur ein Bestandteil des Augenblicks, er ist nie der ganze Augenblick und noch weniger ist er das, was das Ganze wahrnimmt.


Wäre der Augenblick eine Box, so wäre der Verstand immer ein Inhalt der Box. Er kann nicht außerhalb der Box sein.


Zudem: Dein Verstand enthält nicht die gegenwärtige sinnliche Außenwelt, doch der wahrnehmbare Augenblick enthält sie schon. Der Verstand kann also nie das ganze Hier und Jetzt beinhalten.


Und: Der Verstand verändert sich. Kein Gedanke, keine Vorstellung bleibt in jedem Moment deines Lebens präsent. Damit erfüllt keiner deiner Gedanken das Kriterium der absoluten Wahrheit:


Die absolute Wahrheit muss immer, zu jeder Zeit, von Anfang bis zum Ende deines Lebens (und darüber hinaus) präsent sein. Sie darf in keinem Augenblick fehlen. Ansonsten ist es nicht die absolute Wahrheit.


Die absolute Wahrheit muss immer wahrnehmbar sein. Immer. Sonst ist es nicht die absolute Wahrheit. Absolut bedeutet hier: nie abwesend, immer präsent.


Und das andere Kriterium muss auch erfüllt sein: Du musst die Antwort SEIN.


Die Antwort kann nicht etwas sein, das du nicht bist. Du kannst die Antwort nicht besitzen, du kannst sie nicht bloß "haben" oder kennen. Sie muss buchstäblich mit deinem Wesen identisch sein.


Wirf also alle Antworten deines Verstandes hinaus. Alle gedanklichen Antworten auf die Frage, was die absolute Wahrheit ist, sind unbrauchbar. So unbrauchbar wie das Wort „Rosenduft“ den realen Rosenduft ersetzen kann.


Bleibe stattdessen in der lebendigen Erfahrung des Augenblicks. Nimm hier und jetzt wahr, was den ganzen Augenblick wahrnimmt. Sei das. Bleibe das. Aber denke nie darüber nach.


Erlaube dir, keine gedankliche Antwort auf diese Frage zu finden. Sei die Antwort!


Erlaube dir, im Nicht-Wissen zu sein. Aber sei dir gleichzeitig der Präsenz bewusst, die pausenlos wahrnimmt. Nimm nichts wichtiger als das. Bis sich dir das Mysterium offenbart.


Du brauchst keine mentale Antwort, um dir der pausenlosen Präsenz bewusst zu bleiben, die du bist. Sie war schon da, als du noch gar nicht Denken oder Sprechen konntest.


Dein Verstand wird darin keinen Sinn erkennen, vielleicht wird er sogar rebellieren oder dir Gefahren einreden, wenn du in dieser Präsenz verbleibst und wieder eins mit ihr wirst.


Doch wozu ich hier anleite, ist eine erprobte Methode, wie die absolute Wahrheit erkannt wird: Bleibe dir der unveränderlichen Präsenz bewusst, die immer hier ist – und tue nichts anderes!


Egal, was dabei passiert, es wird vergehen und ist daher nicht die absolute Wahrheit. Achte nur auf das, was nicht vergeht: die unveränderliche Präsenz, die alles mühelos wahrnimmt. Sei das!


Die absolute Wahrheit ist das, was nie vergeht. Die konstante, aufmerksame, namenlose, grenzenlose Präsenz, die du bist. Sei sie. Bis dich das mehr erfüllt als alles andere.


Lasse die leere Quelle deiner Aufmerksamkeit dein Lehrer sein. Bade in ihr, als würdest du in der Sonne baden, in dem Wissen, dass es die Sonne ist, die etwas mit dir macht und nicht umgekehrt.


Sei eins mit der leeren Quelle der Aufmerksamkeit und gebe ihr alle Zeit der Welt, etwas mit dir zu machen. Deine „Aufgabe“ besteht nur darin, in ihr zu sein, statt irgendetwas anderes zu tun.


So wird dir die absolute Wahrheit offenbart. Nicht durch dein Tun, sondern durch dein Sein und durch dein Lassen von allem anderen. Das Lassen deines Denkens, Wollens und Tuns.


Das ist der direkte Weg zur Wahrheit. Hier und jetzt.

Und wenn du das jetzt nicht sofort anwenden willst oder es auf einen späteren Zeitpunkt verschiebst, dann vergiss das Ganze. Es hat in dem Fall keinen Wert.


Frage 2

Sind (Klar-)Träume in der Nacht Anteile meines Egos, also meines durch Programmierung und Konditionierung konstruierten Ichs oder ermöglichen mir meine Träume andere Perspektiven?


Anssi

Diese Frage stellt dein Ego. Jede Frage stellt dein Ego. Du bist das Ego.

Solange du das nicht akzeptierst, wirst du keinen Weg finden, dich vom Ego zu befreien, weil du dich von allem lösen wirst, außer von dir selbst. Doch es kommt nur auf die Befreiung von dir an.


Welchen Bezug hat das zu deiner Frage?


Erst wenn du dich von deinem Ego befreit hast, kannst du erkennen, was das Ego überhaupt ist.


Und erst dann macht es Sinn, eine Frage zu stellen, in der das Wort „Ego“ vorkommt.


Andernfalls enthält deine Frage eine Täuschung und kann nur zur täuschenden Antworten führen, weshalb ich sie hier nicht beantworte. Dir zuliebe. Auch wenn es nicht so aussehen mag.





Frage 3

Es gibt sogenannte Energieträger, die einen bewusster machen oder schützen sollen vor Strahlen oder Negativem – zum Beispiel Teslaplatten, Grander, Steinen, etc. Bringt das etwas?


Anssi

Die Frage kann nicht sein, ob das etwas im Allgemeinen bringt. Die Frage kann nur sein, ob es dir „persönlich“ etwas bringt.


Mir würde es vielleicht nichts bringen. Aber vielleicht bringt es dir etwas.

Wenn es dich von unnötigem Stress befreit oder das Vertrauen in deine Fähigkeiten stärkt, gut.


Wenn dein Kaufmotiv jedoch angstvollen Gedanken entspringt oder aus einem Opferbewusstsein herrührt, wirst du deine Angst durch den Kauf solcher Objekte vermehren.


Und je mehr Angst du in dir erzeugst, desto wahrscheinlicher wird es, dass du genau das erzeugst, wovor du dich schützen willst. Und fatalerweise wirst du dann erst recht glauben, dass du solche Objekte nötig hast.


Hier ist also deine Selbstehrlichkeit gefragt. Worum geht es hier? Geht es darum, dein Selbstvertrauen zu stärken? Hast du Freude an den Objekten?


Oder sind es angstvolle Gedanken, die dich zum Kauf solchere Objekte bewegen? Die Antwort kannst du nur in dir finden.


Frage 4

Wie oder wodurch bringe ich das vegetative Nervensystem in Balance?


Anssi

Durch Meditation. Wie?


Setze dich aufrecht und ohne Lehne hin und schließe die Augen.

Wenn du einatmest, sage innerlich in Gedanken „1“ und wenn du ausatmest, sage innerlich: „Ich will ALLES so, wie es gerade ist."


Dann atme wieder ein und sage innerlich in Gedanken „2“ und wenn du ausatmest, sage innerlich: „Ich will ALLES so, wie es gerade ist.“


Wiederhole das, bis du bei „42“ angekommen bist.


Mache das täglich. Jeden Tag! Morgens. Für 42 Tage in Folge.


Übe dich darin, für 42 Atemzüge (und 42 Tage lang) mit absolut allem einverstanden zu sein. Mit allem, was das Leben beinhaltet.


Dadurch wirst du nicht nur dein Nervensystem beruhigen, sondern herausfinden, dass es keine größere Freude im Leben gibt, als ohne Widerstand zu sein.


Frage 5

Darf ich mich darauf freuen, in parallelen Welten mit zwei verschiedenen Partnern zu leben?


Anssi

Wieso „darf“?


Du hast keine Wahl, welche Vorstellung eine Freude in dir auslöst, so wenig, wie du entscheiden kannst, welche Speise dir schmeckt.


Du fragst dich ja auch nicht: "Darf" mir Speise XY schmecken?


Eine solche Frage würde ebenso keinen Sinn ergeben, weil der Geschmack nicht in deiner Einflusssphäre liegt.


Anders gesagt: Du kannst das nicht wählen, du kannst das nur registrieren.

Daher müssen wir uns deiner Frage anders nähern.


Frage dich: Wie „schmeckt“ der Gedanke in parallelen Welten mit zwei verschiedenen Partnern zu leben?


Mit anderen Worten: Löst diese Vorstellung eine fühlbare Freude in dir aus?


Wenn ja, dann „darfst“ du diese Freude so viel genießen, wie es nur geht. Was immer dir Freude macht, das darfst du auch genießen.


Falls hinter deiner Frage sich jedoch die Hoffnung verbirgt, dass ich deine Zukunft sehe und dir deshalb die Frage beantworten kann, so muss ich dich enttäuschen. Keine Ahnung.


Aber warum warten, wenn du dich jetzt schon an diesem Gedanken erfreuen kannst? Schließlich geht es nicht um die Partner, es geht um die Freude.


Ohne Freude nützen dir auch die Partner nichts. Aber mit der entsprechenden Freude brauchst du nicht unbedingt die Partner.


Vergiss nie, dass es in erster Linie um deinen inneren Zustand geht und nicht um die äußere Manifestation.


Möchtest du lieber ...

a) glücklich sein, auch wenn sich nichts nach deinen Vorstellungen ergibt?b) dass sich äußerlich alles so fügt, wie du es willst, ohne dabei glücklicher zu werden?


Du siehst hoffentlich: Das innere Veränderung ist wichtiger als die äußere.

Strebe daher in erster Linie nach einem glücklichen Inneren. Zumal du das Innere wesentlich mehr steuern kannst als das Äußere.

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Foto: Adrianna Calvo

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