• Anssi

#8 Satsang | Fragen & Antworten

Frage 1

Ich sammele beinahe alles. Alle Dinge scheinen mir wertvoll, ich selbst brauche sie aber nicht. Was kann helfen, loszulassen?


Anssi

Das ist ein Angstthema. Du befürchtest, dass du etwas nicht haben könntest, falls du es einmal brauchst. Doch das ist nie die Wahrheit.


Du hast hier und jetzt immer alles, was du brauchst. Nicht immer alles, was du willst, aber immer alles, was du brauchst. Und wenn du es nicht hast, dann brauchst du es auch nicht.


Solange du Dinge aus Angst hortest, erinnert jedes Einzelne dich unbewusst an deine Angst. Durch dein Horten konservierst du deine Angst. Mit anderen Worten: Je mehr Dinge du unnötig lagerst, desto mehr Angst wirst du haben.


Tue dir selbst einen Gefallen und verschenke, verkaufe oder entsorge alles, was du seit über einem Jahr nicht benutzt hast. Denn die Wahrscheinlichkeit dafür, dass du es noch brauchen wirst, ist verschwindend gering.


Doch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass du durch dein Horten deine Ängste mehrst, liegt bei 100 Prozent. Kein guter Deal. Werd' die Scheiße los, sonst gibt's Verstopfung.


Frage 2

Wie kann ich Lebenswillen entwickeln?


Anssi

Es gibt etwas, dass dabei immer hilft – Sport!


Grund: Keinen Lebenswillen mehr zu haben, bedeutet, dass man zu passiv geworden ist. Es gibt eine goldene Mitte, eine Balance zwischen Aktivität (Yang) und Passivität (Yin). Du hast offensichtlich zuviel Yin und zu wenig Yang.


Und da der Körper die Basis ist, fängt man am besten beim Körper an. Wähle eine beliebige Sportart – Hatha Yoga, Fitness, Joggen – und überwinde dich, täglich ein bisschen zu trainieren.


Fange mit einer Kniebeuge pro Tag an oder so. Tue irgendetwas. Viel, wenig, egal, aber tue es täglich für 5 Wochen. Und wenn sich dann immer noch nichts getan hat, hast du nichts verloren.


Kaum Risiko, aber eine große Chance zur Veränderung.


Frage 3

Was mache ich, wenn keine einzige Frage mehr in mir auftaucht, aber mein wahres Selbst sich noch nicht offenbart hat?


Anssi

Nutze das zu deinem Vorteil: Lasse jetzt keine Frage auftauchen. Lasse jetzt aber auch keinen anderen Gedanken auftauchen. Und wenn doch einer auftaucht, ignoriere ihn.


Dann steht deinem Erwachen nichts im Weg. Du bist ja schon erwacht, in dem Sinne, dass dein wahres Selbst schon vorhanden ist. Ansonsten wäre es nicht dein wahres Selbst, denn „wahres“ bedeutet hier: Es ist immer da.


Es muss dir nur noch auffallen, dein Verstand dein Selbst nicht enthält. Dein Selbst hat keinen Wohnsitz im Verstand. Im Gegenteil: Der Verstand wohnt im Selbst.


Höre auf, deinen Verstand zu besuchen, er ist dein Gefängnis, und du bist augenblicklich frei.


Frage 4

Woher wissen wir, dass die übergeordnete Wahrheit von "gut vs. böse" GUT lautet und nicht doch eine Art Plot twist, BÖSE ist?


Anssi

Gegenfrage: Woher wissen wir, dass ein Raum, den wir nie besucht haben, einen Schatz enthält? Antwort: Das wissen wir nicht, solange wir diesen Raum nicht aufsuchen.


Und so ist das auch hier: Bevor wir nicht erkannt haben, wer wir wirklich sind, können wir nicht sehen, dass es etwas ewig Gutes gibt, das jenseits von Gut und Böse existiert und mächtiger ist als beide Pole zusammen.


Frage 5

Was passiert mit mir, wenn der Körper stirbt?


Anssi

Dir ist noch nie etwas passiert – ganz unabhängig davon, ob dein Körper lebt oder nicht.


Wenn dein Körper stirbt, wird dir nichts passieren, weil dir noch nie etwas passiert ist. Jetzt musst du nur noch herausfinden, wer du bist. Dann erkennst du auch, dass „dir“ noch nie etwas passiert ist.


Frage 6

Körperliche Erschöpfung bringt mich leichter vom Tun zum SEIN. Wie kann ich im SEIN bleiben, wenn ich wieder mehr Kraft habe?


Anssi

Es gibt kein Tun außerhalb des Seins. Tag ist das Gegenteil von Nacht. Aber Sein ist nicht das Gegenteil von Tun. Jedes Tun passiert im Sein. Sein hat kein Gegenteil.


Daher hast du das Sein auch noch nie verlassen. Allerdings hast du deinen Verstand auch noch nie wirklich verlassen und da das Verstandes-Ich in einer Welt der Gegensätze lebt, glaubt es, das Sein hätte auch ein Gegenteil.


Aber Sein hat kein Gegenteil. Versuche mal, nicht zu sein.


Das Sein ist dein Selbst. Nicht dein Ich im Verstand, sondern das, was nie kommt und nie geht. Das, was nie einer Veränderung unterliegt, sich nie bewegt.


Dein Ich kann nicht im Sein bleiben. Du musst dein Ich verlassen, um das Sein zu sein. Das Sein, das immer IST. Ewig bleibt. Nie verloren geht. Denn nur das ist dein wahres Selbst.


Anders gesagt: Das, was nicht ewig bleibt, ist nicht dein wahres Selbst, ist nicht das wahre Sein.


Frage 7

Wie kann ich meinen Körper annehmen oder sogar lieben, wenn ich lauter Makel sehe und mich für ihn schäme?


Anssi

Du hast keine Makel. Und deine Scham weißt dich darauf hin.

Warum glaubst du, fühlt es sich so scheiße an, seine scheinbaren Makel zu sehen? Weil es nicht deine Wahrheit ist. Du betrachtest dich durch die Brille anderer Menschen, deren wahre Brille du vermutlich nicht einmal kennst.


Schaue dir die Natur an: Gibt es dort Makel? Gibt es einen Baum, der Makel hat oder ein Tier? Nein. Jedes Wesen ist perfekt. So wie es ist. So, wie die Natur es geschaffen hat.


Das Ego versucht jedoch stets, einen Weg zu finden, wie es überlegen sein kann, besonders. Und wenn es anderen nicht dadurch überlegen sein kann, dass es irgendwie besser ist als andere, dann dreht es das Spiel einfach um und versucht dadurch besonders zu sein, dass es sich Makel einredet oder sich als ein besonders tragisches Opfer darstellt.


Egal, welchen Weg es wählt, dahinter steht immer die gleiche Überheblichkeit. Das mag dich überraschen, aber es ist wahr. Ob durch „Bessersein“ oder „Opfersein“ – beides sind Wege, sich selbst (Ego) über die Natur zu erheben. Daraus bildet sich die Ego-Identität.


Du bist nicht besser oder schlechter als andere. Höre auf, dich mit anderen zu vergleichen. Damit machst du dich nur unglücklich. Ändere, was du ändern kannst und willst, aber hauptsächlich dir zuliebe.


Doch erkenne auch, dass deine eigene emotionale Intelligenz (Intuition, Herz) dir unrecht gibt. Denn der Glaube, dass du Makel hättest, fühlt sich nur deshalb scheiße an, weil es nicht stimmt. Es ist nicht deine Wahrheit. Es ist ein Versuch deines Egos, besonders zu sein. Besonders unbesonders ist auch besonders.


Deine Wahrheit, deine echte Wahrheit kann sich nur gut anfühlen. Daran erkennst du sie. Wähle einen entsprechenden Glauben im Bezug zu dir. Einen, der mit dir im Einklang steht. Einen, der sich gut anfühlt.


Du bist einzigartig, wertvoll – nicht im Vergleich mit anderen, sondern aufgrund der bloßen Tatsache, dass du da bist. Keine einzige Form in der Natur gleicht exakt der anderen. Es gibt nur Unikate im Universum. Daher ist alles von sich aus Besonders.


Hättest du keinen Wert für das Sein, wärest du nicht hier. Gibt es in der Natur irgendetwas Überflüssiges?


Liebe dich. Feiere dich. Genieße dich. So, wie du jetzt bist.

Und schmeiße alles aus deinem Kopf, was dir sagt, du wärest auf irgendeine Art mangelhaft. Das ist nicht die Wahrheit. Wäre es deine Wahrheit, würde sie sich gut anfühlen. Du hast keine Makel. Das zu glauben, ist egozentrisch, nicht herzenswahr.


Frage 8

Wie erkenne ich, was hinter meiner Zigaretten-/ Nikotinsucht steckt, die ich als sonst sehr disziplinierter Mensch trotz zahlloser Versuche nicht loswerde?


Anssi

Ich bin kein Experte für dieses Thema, aber ich teile dir gerne meine Erfahrung mit, weil ich ein ähnliches „Problem“ hatte und es für mich erfolgreich gelöst habe.


Ich konnte auch nie aufhören. Bis ich mir eingestanden habe, dass ich einfach gerne rauche. Erst durch dieses Eingeständnis konnte ich das Rauchen genießen. Und weil ich es genossen habe, fiel es mir viel einfacher, für eine Weile damit aufzuhören, ohne den Stress, ganz damit aufhören zu müssen.


Die Pausen haben sich dann gesteigert. Meine letzte Pause war ein Jahr lang. Ich hatte mir konkret vorgenommen, genau ein Jahr nicht zu rauchen (vom 27.12.19 bis 27.12.20). Und es war ein tolles Gefühl, es über ein Jahr lang geschafft zu haben. Mein Respekt mir selbst gegenüber hat sich dadurch vertieft.


Ich fing erst Ende Januar 2020 wieder mit dem Rauchen an – und es war toll! Ich habe mich mega gefreut, wieder zu rauchen. Ich habe das richtig gefeiert. Ab 01.08.20 mache ich für drei Jahre eine Pause. Und wenn ich nach drei Jahren wieder anfange, werde ich das noch mehr feiern.


Ursachenforschung bringt hier meiner Meinung nach gar nichts. Erschaffe dir lieber positive Gefühle durch das Erreichen von „Nicht-Rauchen-Zielen“. Nimm dir vor, einen Tag lang nicht zu rauchen. Und dann freue dich bei einer Zigarette dabei, dass du es geschafft hast. Und dann mache eine Woche daraus und immer mehr. Ziehe es durch und feiere deinen Erfolg.


Das wird dich sehr viel mehr motivieren, die Pausen auszudehnen, statt sich deswegen dauernd schlecht zu fühlen. Was hat das gebracht? Genieße das Rauchen. Nimm diese Leidenschaft schuldfrei in Besitz, dann wirst du – meiner Erfahrung nach – auch leichter aufhören.


Frage 9

Ich habe viele gute Gedanken und verwandele die schlechten in positive. Ist das erlaubt oder warum sollte ich besser gar nichts denken?


Anssi

Ich weiß nicht, woher du das hast, aber wenn ich sage, man solle nichts denken, dann steht das immer in einem spezifischen Kontext.


Zum Beispiel: Wenn du nachts einschlafen willst (Kontext), bringt es nichts, zu denken. Denn Denken hilft dir nicht beim Einschlafen, sondern erschwert es.


Aber wenn du nicht einschlafen willst, ist es ein anderer Kontext. Dann kann es sehr sinnvoll sein, den Verstand als Werkzeug zu benutzen. Dafür ist er ja da.


Ein anderer Kontext, in dem das Denken nicht sinnvoll ist, ist das spirituelle Erwachen (Selbsterkenntnis/Erleuchtung). Aber falls dich das nicht interessiert, gibt es keinen Grund, nicht zu denken, so wie beim Einschlafen auch: Wenn du nicht einschlafen willst, gibt es keinen Grund, nicht zu denken.


Frage 10

Mein Freund hat nicht das Bedürfnis nach mehr gemeinsamer Zeit, dies löst bei mir eine Trauer aus. Wie kann ich in Frieden kommen?


Anssi

Verstehe erst den wahren Grund für deine Gefühle. Ansonsten kannst du dich nicht ermächtigen. Ansonsten wirst du weiter in dem Eindruck leben, dass die Außenwelt über deine Gefühle herrscht. Das ist nicht die Wahrheit.


Deine Gefühle haben nichts mit der Außenwelt zu tun. Nicht direkt. Deine Gefühle entstehen direkt nur durch die Wahl deiner Gedanken. Sie entstehen als Reaktion darauf, mit welchen Gedanken du dich verbindest.


Diese Wahrheit ermächtigt dich, denn nun bist du kein Spielball äußerer Kräfte mehr. Wie willst du dich ermächtigen, solange dein Wohlbefinden von den Entscheidungen anderer abhängig ist, die du nie beherrschen wirst (und solltest)? Das kann doch nur in einer Enttäuschung enden, weil du andere nicht kontrollieren kannst.


Aber wenn du weißt, dass nur du für dein Wohlbefinden verantwortlich bist (und kein Opfer mehr sein willst), dann kannst du eine andere Wahl treffen. Dann kannst du aufhören, dich mit Gedanken zu verbinden, die dich leiden lassen, weil sie nicht im Einklang mit deiner Wahrheit sind.


Trauer hat eine sinnvolle Funktion: Wir weinen und sind traurig, weil sich dadurch Gedankenstrukturen auflösen, die uns nicht mehr dienen. Lassen wir diese Trauer nicht vollständig zu oder erlauben wir uns nicht, zu weinen, bleiben diese überholten Gedankenstrukturen sowie die Trauer in uns stecken.


Folge: Wir fühlen die natürliche Liebe und Freude nicht mehr, die unserer Natur mühelos innewohnt.


Du kommst in Frieden mit deiner Situation, wenn du aufhörst, die Entscheidungen anderer für dein Wohlbefinden verantwortlich zu machen, sondern dein Leben so gestaltest, dass du niemanden brauchst, um glücklich zu sein. Und dir dafür die entsprechende Freiheit nimmst.


Ironischerweise wollen andere mehr Zeit mit Menschen verbringen, die sie nicht brauchen, um glücklich zu sein. Weil nur diese Menschen einen frei sein lassen können, statt Forderungen zu stellen, die einen nur bedürftig und unattraktiv erscheinen lassen.


Frage dich in einer Beziehung nie, was ein anderer dir geben kann. Frage immer nur, was du wann mit jemandem teilen willst. Denn Liebe ist keine Forderung. Liebe ist ein Teilen, ein Verschenken.


Doch wenn du dein Leben nicht so gestaltest, dass du es unabhängig von einem Partner liebst, hast du nichts zum Teilen und bleibst immer von anderen abhängig.


Wachse in deiner Selbstliebe. Kümmere dich in erster Linie um deine Bedürfnisse. Dann liebst du dein Leben, dann liebst du dich selbst und dann kannst du den Überschuss deiner Liebe mit anderen teilen, ohne je etwas zu verlieren oder zu brauchen. Dann bist du frei.

**** Foto: Clem Onojeghuo

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