• Anssi

#9 Satsang | Fragen & Antworten

Aktualisiert: Juli 28

Frage 1

Ich habe in meinem Leben sehr viele Rollen gespielt – wie kann ich herausfinden, wer und wie ich wirklich bin?


Anssi

Eine sehr schöne Frage. Danke.


Verstehe zunächst, dass du keine von den Rollen bist, die du spielst. Keine. Egal, was du denkst, tust oder sagst, es ist eine Rolle. Manche davon sind dienlich, andere verursachen Leid. Aber keine von ihnen bist du in deiner Essenz.


Auf einer limitierten Ebene deines Seins kann es sehr relevant sein, alle Rollen abzulegen, die nicht im Einklang mit deiner Schwingung sind und daher Leid kreieren.


Aber auf der realsten Ebene deines Seins existieren keine Rollen, nicht einmal ein Wille, nicht einmal eine Entscheidung.


Um herauszufinden, was du wirklich bist, hilft dir daher weder dein Wille noch eine Entscheidung. Was dir helfen könnte, wäre es, hier und jetzt zu entdecken, was du ohne ein Ich bist, das etwas wollen oder entscheiden könnte.


Was ist IMMER HIER, omnipräsent – ohne dass du es gewinnen müsstest oder es verlieren könntest?


Was ist IMMER HIER, omnipräsent, ohne dass du etwas wollen, denken oder entscheiden müsstest?


Was in dir braucht kein Ich, also keine Rolle, um jeden Augenblick mühelos zu empfangen?


Sei das.


Frage 2

Wie kann ich Unfällen, bei mir und meiner Familie, vorbeugen?


Anssi

Manche Unfälle lassen sich nicht vermeiden. Wisse jedoch, dass es nicht die äußeren Umstände sind, die darüber entscheiden, was dir dient, sondern deine Entscheidung, dass dir alles dient.


Wenn du dich dafür entscheidest, dass dir etwas dienen wird, offenbart sich dir die Dienlichkeit jeder Situation. Doch zuvor müsstest du grundlos daran glauben, dass dir etwas scheinbar Negatives dienen wird, ansonsten wirst du dafür keinen Beweis finden. Erst musst du es glauben, dann wirst du es sehen.


Deine schöpferische Kraft liegt in der Wahl eines Glaubens, der im Einklang mit deiner Natur ist. Der äußere Umstand schränkt diese Kraft nie ein.


Zusätzlich gibt es natürlich vorbeugende Maßnahmen, die uns vor Unfällen bewahren können. Neben den Offensichtlichen – beispielsweise nicht allzu waghalsig zu sein – gibt es auch den richtigen Umgang mit der Energie der Aggression.


Die Energie der Aggression ist etwas Positives. Sie ist die Lebenskraft, die dich antreibt, deine Potenziale zu entfalten, den Raum einzunehmen, den du zum Wachsen brauchst, und die dich gegen Einflüsse wehren lässt, die deinen Raum zu unrecht einnehmen wollen, sei es physisch oder manipulativ, sei es innerlich oder äußerlich, sei es dein Eigentum, dein Körper oder deine Würde.


Wenn ein Kind von einem fremden Erwachsenen angegriffen wird, ist die Energie der Aggression sehr dienlich, um das Kind sofort zu beschützen. Dieser Ausdruck der Aggression ist also nichts Negatives.


Im Gegensatz zur positiven Aggression, ohne die wir uns nicht weiterentwickeln und ohne die wir uns nicht authentisch selbst lieben können, sollten wir das Phänomen der Aggressivität klar davon unterscheiden:


Aggressivität ist eine Form der Destruktivität, die daraus entsteht, dass man die Energie der Aggression unterdrückt.


Menschen, die ihre Würde zu wenig achten oder ihre Impulse zu wachsen, aus Bequemlichkeit oder Unbewusstheit ignorieren, erschaffen eine innere Aggressivität, die sich gegen einen selbst oder gegen andere richtet.

Solche Menschen neigen auch verstärkt dazu, sich wie durch „Zufall“ zu verletzen oder in Unfälle verwickelt zu werden. Warum?


Weil das Leben das Innere im Außen manifestiert. Und wenn man aggressiv gegen sich selbst oder andere ist, ist das Leben auch aggressiv zu einem. Wie innen so außen.


Um sich aus dieser Kausalität (Karma) zu befreien, helfen Vergebung, mehr Selbstachtung, nötigen Konflikten nicht auszuweichen und die Entwicklung seiner Potenziale wichtig zu nehmen.


Ansonsten wandelt sich die nicht genutzte positive Aggression in eine Art Selbsthass (Aggressivität) mit entsprechenden Wirkungen im Außen: Unfälle, Krankheit, Konflikte.


Frage 3

Im Zuge einer Erbangelegenheit wurde meine außergewöhnlich enge, emotional vertraute Bindung zu meinen Brüdern völlig unerwartet extrem enttäuscht. Wie gehe ich optimal damit um?


Anssi

Es gibt immer einen, der einen Streit provoziert. Einer fängt immer an. Aber es gehören immer zwei dazu, dass ein Streit beginnt oder ausufert. Mit anderen Worten: Übernimm für deinen Teil die absolute Verantwortung.


Frage dich: Was habe ich gesagt, getan oder nicht zur richtigen Zeit ausgedrückt, um die Situation eskalieren zu lassen. Vielleicht bist du nicht für dich eingestanden, vielleicht hast du deine Brüder verletzt. Vielleicht wurde etwas in der Vergangenheit nicht ausgesöhnt, bevor das Ganze passiert ist.


Und sobald du dir die Frage beantworten kannst, was dein Anteil an der ganzen Situation ist, vergib dir selbst dafür. Dann kannst du vorwurfsfrei in die Beziehung zu deinen Brüdern gehen und eine Lösung finden.


Frage 4

"Brauche" ich einen "Guru", der individuell auf mich eingeht oder reicht es, mich mit seinen Schriften und Videos zu beschäftigen?


Anssi

Diese Frage kann ich dir so wenig beantworten, wie ich für dich herausfinden kann, ob dir eine Speise schmeckt.


Wenn du eine Vorfreude bei dem Gedanken fühlst, dich mit den Schriften und Videos deines Gurus zu beschäftigen, dann „schmeckt“ dir das und dann solltest du das auch tun.


Und wenn der Gedanke, dich mit deinem Guru direkt auszutauschen, eine Vorfreude in dir weckt, dann versuche in einen direkten Austausch zu kommen.


Neben der Vorfreude ist auch die Angst in diesem Zusammenhang ein positives Signal, denn das Ego reagiert mit Angst, wenn es ihm an den Kragen gehen könnte. Zu Recht. Denn dafür ist der Guru da.


Frage 5

Nichtstun, um zu erwachen, fällt mir schwer. Wie komme ich aus dem Gefühl, etwas dafür machen zu müssen, heraus?


Anssi

Etwas dafür machen zu müssen, ist kein Gefühl, sondern ein Glaube.

Dass es dir schwer fiele, nichts zu tun, ist auch ein Glaube. Doch das ist sowenig die Wahrheit, wie es wahr ist, dass dir das Liegen schwerer fiele als das Rennen. Wie kann das Nichtstun schwerer sein als das Tun? Wie kann die Mühelosigkeit schwerer sein als die Mühe?


Frage 6

Wie kann ich bei monatelangen Schmerzen nach einem Sprunggelenkstrümmerbruch und der Sehnsucht nach meinem verstorbenen Mann ein leichteres Lebensgefühl entwickeln?


Anssi

Leichtigkeit kann man nicht entwickeln, denn die Leichtigkeit ist dein natürlicher Zustand. Dagegen ist es nicht natürlich, einen inneren Ballast unnötigerweise zu tragen.


Du brauchst keine Leichtigkeit zu entwickeln, du müsstest nur die Schwere loslassen. Schwere Gedanken, schwere Handlungen, schwere Worte und vor allem eine schwere Vergangenheit. Wie? Durch Vergebung.


Sage: „Ich vergebe mir selbst dafür, dass ich es mir unnötig schwer gemacht habe und mir unbewusst Leid kreierte. Danke.“


So trennst du dich von deiner Vergangenheit und kannst deine natürliche Leichtigkeit wieder annehmen. Erlaube dir, dich selbst zu lieben. Das ist dein Geburtsrecht und keine Frage deiner Umstände.


Frage 7

Wenn es kein Individuum gibt, was wird denn stets wiedergeboren?


Anssi

Du durchmischst hier die Ebenen deines Seins. Die ganze Existenz, alles darin, ist dein Selbst, so wie im nächtlichen Traum alles darin ein Teil von dir ist.


Dass du in Wahrheit alles bist, lässt sich entdecken, aber nicht verstehen, weil dein Verstand nicht die ganze Existenz ist, sondern nur ein Teil darin. Und ein Teil kann nicht das Ganze begreifen.


Dein Verstand ist eine Ebene deines Seins und alles Individuelle an dir ist auch nur eine Ebene deines Seins. Nicht das Ganze.


Außer der individuellen Ebene deines Seins (Persönlichkeit, Mensch), gibt es auch eine spirituelle Ebene deines Seins. Und diese Ebene ist nicht individuell, sondern eine universelle Einheit.


Das bedeutet, dass wir auf der spirituellen Ebene unseres Seins kein Individuum sind, sondern EIN Wesen, EIN göttliches Wesen, eine Einheit, nicht viele Götter, nicht viele spirituelle Wesen, sondern nur eines, ein Gott.


Das widerspricht natürlich jedem logischen Verständnis, weil es nicht vorstellbar ist, dass alle Menschen auf der spirituellen Ebene ein einziges, ungetrenntes Wesen sind. Und doch ist das die Wahrheit, die sich beim spirituellen Erwachen (Erleuchtung) offenbart.


Für deine Frage triffst du eine Annahme, die du in deiner Erfahrung noch nicht bestätigt gefunden hast: „Wenn es kein Individuum gibt, …“.


Wenn es für dich wahr wäre, dass es kein Individuum gibt, dann würdest du diese Frage nicht stellen, weil es kein Individuum gibt, das diese Frage stellen könnte. Und weil du etwas annimmst, was für dich noch nicht wahr ist, führt dich deine Frage in eine Sackgasse.


Frage 8

Was kann ich tun, um nicht immer wieder über meine mir so aussichtslos erscheinende berufliche Situation nachzudenken, sondern ins Vertrauen zu gehen?


Anssi

Begreife, was der Satz „Erst innen, dann außen“ in deinem Zusammenhang bedeutet: Wenn du eine glückliche berufliche Situation manifestieren willst im Außen, musst du sie erst im Inneren erschaffen.


Statt über die Aussichtslosigkeit zu grübeln, nutze stattdessen die Fülle deiner Fantasie, um dir vorzustellen, wie deine berufliche Situation idealerweise aussehen müsste.


Erwarte aber nicht, dass das ohne die nötige Disziplin eine Wirkung hätte und erwarte ebenso wenig, dass sich deine Fantasie exakt so manifestieren sollte, wie du sie dir vorstellst. Das ist nicht der Sinn der Sache.


Der Sinn liegt darin, dass du dich auf angenehme Emotionen im Zusammenhang mit deiner beruflichen Situation konditionierst, täglich. Solange bis es sich für dich im Alltag so anfühlt, als hätte sich deine ideale berufliche Situation bereits manifestiert, so dass du keinen Mangel mehr dabei empfindest.


Denn sobald du keinen Mangel mehr dabei empfindest, weil es in deinem Gefühlsleben bereits wahr ist, wird sich eine bessere berufliche Chance im Außen ergeben. Sie wird dich finden, nicht du sie. Erst innen, dann außen.


Frage 9

Ich habe das Gefühl, dass das Aufwachen so nah ist, wie als würden lediglich Ich-Gedanken darüber liegen. Was kann ich im nächsten Schritt tun?


Anssi

Alles, was du tust, tust du mit dem Ich. Es ist ein Ich-Gedanke, der glaubt, etwas dafür tun zu müssen oder den nächsten Schritt zu gehen.


Doch das Aufwachen ist nicht für die Ich-Gedanken, das Aufwachen ist die Freiheit von den Ich-Gedanken. Es ist die Erkenntnis, dass du kein Ich-Gedanke bist. Und damit auch kein Tuender, kein Denkender, kein Fühlender, kein Entscheider und kein Wollender, denn das sind alles Ich-Gedanken.


Eine sinnvolle Frage wäre: Was bin ich hier und jetzt ohne Ich-Gedanken? Nicht um diese Frage zu beantworten, denn eine Antwort ist ein Ich-Gedanke, sondern um einfach in dem ichlosen Sein zu baden. Es zu genießen. Es zu lieben, frei von deinem Ich zu sein.


Frage 10

Du sagst, meine Angst kommt daher, weil ich eine fällige Entscheidung treffen muss. Ist diese Entscheidung zu treffen, Bedingung, um zu erwachen?


Anssi

Nein, dies sagte ich nur, weil ich angenommen hatte, dass du dich von einer festgesteckten Angst lösen möchtest.


Das kann für das Erwachen sehr hilfreich sein, aber eine Bedingung ist das nicht. Es gibt keine Bedingung, um das zu sein, was du schon bist, immer warst und ewig sein wirst: die Erwachtheit.


Wäre die Existenz deiner spirituellen Natur einer Bedingung unterworfen, würdest du nicht existieren, bis eine Bedingung erfüllt ist. Doch deine spirituelle Natur ist die Grundlage der Existenz – hier und jetzt – und kein Ereignis in der imaginären Zukunft.


Wenn es überhaupt eine Art „Bedingung“ für das Erwachen gibt, dann deine vollkommene Bereitschaft und oberste Priorität, dich von allem zu lösen, was du zu sein glaubst, jetzt, auch wenn es sich so anfühlt, als würdest du dabei sterben.


Wenn du bereit bist, alles für die Wahrheit zu verlieren, steht deinem Erwachen nichts im Weg. Dann ist nur noch dein Vertrauen in eine höhere Kraft gefragt, die dir deine bereits vorhandene erwachte Natur offenbart.

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Foto: Emiliano Arano

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