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Erleuchtung – Was ist das?

Aktualisiert: Juni 28

Hier findest du eine Antwort, die man nicht auf Wikipedia und nicht in einem Wörterbuch nachlesen kann.


Denn eine bloße Definition als Antwort, was Erleuchtung ist, kann dieser Frage niemals gerecht werden.


Diese Frage könnte deine wichtigste Lebensfrage sein. Erlaube mir daher, dir eine würdigere Antwort zu geben.



Erleuchtung: Was ist das?


Erleuchtung ist zwar ein Wort, aber kein Begriff.


Du kannst diesen Unterschied leicht nachvollziehen, wenn du dich in die folgende Situation hinein versetzt:


Stelle dir vor, ein Kind würde dich fragen: „Rosenduft? Was ist das?“


Wie könntest du dem Kind beantworten, wie eine Rose riecht? Durch eine Definition?


Sicher nicht. Denn ein Duft lässt sich durch die Sprache nicht vermitteln. Eine sprachliche Definition ist nicht hilfreich.


Der Rosenduft ist zwar ein Wort, aber kein Begriff. Eine Definition würde dem Kind nichts bringen.


Wenn du dem Kind verständlich machen wollen würdest, wie eine Rose riecht, müsstest du es zu einer Rose bringen und es selbst daran riechen lassen.


Das Kind kann die Wahrheit über den Rosenduft nicht aus deinem Mund erfahren, es muss sie selbst entdecken.


Wenn man fragt „Erleuchtung: Was ist das?“, dann sollte man wissen, dass man die Antwort nicht durch die Sprache erhalten kann.


Es gibt nur einen Weg, um herauszufinden, was Erleuchtung ist: Man muss sie selbst entdecken.


Ich werde hier dein Verständnis erweitern, so dass du entscheiden kannst, ob du die Wahrheit selbst entdecken möchtest.


Denn Erleuchtung ist eine „Rose“, an der du selbst riechen müsstest, um ihren „Duft“ zu erfahren.



Erleuchtung: Eine Erfahrung?


In einigen Definitionen, was Erleuchtung sei, wirst du nachlesen können, dass man sie als eine Erfahrung bezeichnet. Oft als eine religiöse oder spirituelle Erfahrung.


Diese Umschreibung kann fürs Erste ganz nützlich sein. Denn sie schließt wahrheitsgemäß aus, dass die Erleuchtung ein bloßer Glaube oder eine Überzeugung sei.


Eine Erfahrung ist viel mehr als eine Überzeugung oder ein bloßer Glaube im Kopf. Eine Erfahrung macht man als ganzes Wesen.


Die Erleuchtung als eine Erfahrung zu betrachtet, verdeutlicht zudem, dass man nicht erleuchtet sein kann, nur weil man sich einer bestimmten Gruppe oder Gemeinschaft anschließt.


Denn die Umschreibung besagt: Man muss eine bestimmte Erfahrung gemacht haben, um erleuchtet zu sein.


Erleuchtung ist also keine Entscheidung. Weder man selbst noch andere können einen durch eine bloße Erklärung erleuchtet machen.


Die Umschreibung, dass Erleuchtung eine Erfahrung sei, enthält jedoch zwei Missverständnisse.


Das erste Missverständnis ergibt sich aus dem limitierten Bild, das Menschen von ihrem eigenen Wesen haben.


Menschen ordnen jede Erfahrung ihrem Menschsein unter, weil sie in der Annahme leben, ihr Wesen sei auf das Menschsein limitiert.


Doch Erleuchtung ist keine Erfahrung, die sich dem Menschsein unterordnen ließe.


Das zweite Missverständnis, Erleuchtung als eine Erfahrung zu betrachten, entsteht aus einem eingeschränkten Zeit-Verständnis.


Jede Erfahrung ist auf eine zeitliche Dauer beschränkt. Sie hat einen Anfang und ein Ende. Erleuchtung aber nicht.


Wenn man von einer Erfahrung spricht, werden unbewusst zwei Annahmen unterstellt: Man ist Mensch und die Zeit ist limitiert.


Wäre die Erleuchtung nur eine Erfahrung, dann müsste sie, wie das Menschenleben selbst, von beschränkter Dauer sein.


Doch das entspricht nicht der Wahrheit. Erleuchtung hat keinen zeitlichen Anfang und kein zeitliches Ende. Sie ist dein ewiges Wesen.


Und das erleuchtete Wesen, das du bist, ist nicht der Mensch. Du bist mehr als nur ein Mensch.


Da die Erleuchtung über eine bloße Erfahrung hinausgeht, sollte man sie aus einer weiteren Perspektive betrachten: als Selbsterkenntnis.



Erleuchtung: Eine Selbsterkenntnis?


Du nährst dich dem Verständnis, was Erleuchtung ist, wenn du die Annahme fallenlässt, dass dein Wesen limitiert sei.


Dein Wesen beschränkt sich nicht auf deine körperlich-psychische Struktur, die wir „Mensch“ nennen.


Wenn du fragst, was Erleuchtung bedeutet, fragst du dich auch: Wer bin ich wirklich?


Die Antwort führt dich in eine Erfahrung, die über deine menschliche Hülle hinausgeht.


Dies war auch das ursprüngliche Ziel jeder religiösen und spirituellen Lehre. Wärest du nur ein Mensch, hätte Religion und Spiritualität keine Daseinsberechtigung.


Erleuchtung könnte man, als deinen wahren Namen bezeichnen, denn sie ist das, was du ewig und jenseits deines Menschseins bist.


Du erfährst also keine Erleuchtung, du findest heraus, dass du die Erleuchtung bist.


Du kannst real erleben, dass der Mensch nicht das Ganze deines Wesens bildet. In der Tat ist der Mensch nur der kleinste Teil von dir.


Es wäre daher nicht ganz die Wahrheit, wenn man behauptet würde, dass es erleuchtete Menschen gibt. Warum?


Weil Erleuchtung eine Ebene des Seins ist, die weit über die menschliche Ebene hinausgeht.


Erleuchtung ist keine Eigenschaft des Menschen. Es ist umgekehrt: Der Mensch ist eine Eigenschaft der Erleuchtung.


Erleuchtung ist das, was wir wirklich sind. Der Mensch ist nur eine Ausprägung davon.


Die erleuchtete Ebene unseres Seins wird auch Alles-Bewusstsein oder Einheitsbewusstsein genannt.


Weitere Synonyme für Erleuchtung sind: Gottesbewusstsein, Bewusstsein, Vater, Nichts, Selbst, Nichtselbst (Nirwana), das erwachte Selbst, das spirituelle Selbst, das Heilige, das spirituelle Erwachen, Freiheit, Liebe, Friede etc.


Wie ich oben beschrieben hatte, kann man das Phänomen der Erleuchtung nicht auf eine Erfahrung limitieren. Doch die Perspektive der Selbsterkenntnis ist ebenso beschränkt.


Wenn man an ein Selbst denkt, verbindet man etwas Individuelles damit. Etwas, das man vom Rest des Seins trennen könnte.


Es scheint, als gäbe es auf der einen Seite das individuelle Selbst und auf der anderen Seite alles andere, was man scheinbar nicht ist.


Selbsterkenntnis scheint nur das eigene Selbst einzuschließen und alles andere auszuschließen. Doch das ist nicht die Erleuchtung.


Die erleuchtete Ebene des Seins ist weder ein Objekt noch ein Subjekt. Erleuchtung hat nichts Individuelles.


Die Sprache besteht aus vielen Worten. So gaukelt sie uns eine Realität vor, die aus vielen Teilen besteht. Doch die Wahrheit ist eins.


Erleuchtung ist kein Teil, kein einzelnes Selbst, sondern der zeitlose Raum des ganzen Seins.


Es gibt nichts, was getrennt oder außerhalb der Erleuchtung wäre. Alle Formen befinden sich in der Erleuchtung und sind Ausprägungen der Erleuchtung.


Man könnte auch sagen: Es gibt nur Erleuchtung.


Zu sagen, Erleuchtung sei eine Selbsterkenntnis, ist nützlich, aber auch eine Limitierung. Denn in der Erleuchtung bleibt nichts unerkannt.


Erleuchtung ist die Erkenntnis allen Seins.


Für ein Individuum ist es unmöglich, intellektuell zu erfassen, wie man ALLES sein könnte, weil jeder Gedanke mit der Trennung von allen anderen Perspektiven beginnt.


Da sich die Erleuchtung nicht abgrenzen oder definieren lässt, sprechen manche Lehren auch von einem „Nichts“ oder einem „Nichtselbst“ (Nirwana).


Doch ganz gleich, welche Synonyme man für die Erleuchtung gebraucht, das Verständnis bleibt limitiert. Warum?


Weil die Sprache als Mittel des Denkens eine Schere ist: Sie kann nur trennen. Doch im Sein ist alles eins.


Erleuchtung lässt sich nicht verstehen, man kann sie nur – im wahrsten Sinne – selbstlos erfahren.



Erleuchtung: Eine Seltenheit?


Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung bilden jene Menschen, durch welche die Erleuchtung spricht, eine sehr kleine Gruppe.


Es wäre streng genommen falsch, von den „Erleuchteten“ zu sprechen, weil Erleuchtung der gemeinsame Raum und die Identität aller Wesen ist.


Aber um eine andere nützliche Perspektive zu kommunizieren, möchte ich kurz von den „Erleuchteten“ sprechen.


Es gibt und gab nicht viele „Erleuchtete“ auf der Welt. Die Bekanntesten unter ihnen dürften Buddha und Christus sein.


Anzumerken wäre, dass sowohl Christus als auch Buddha keine Namen, sondern Titel bzw. Synonyme für die Erleuchtung sind.


Christus hieß nicht Christus, sondern Jesus von Nazaret. Buddha hieß nicht Buddha, sondern Siddhartha Gautama.


Es gab viel mehr „Erleuchtete“ im Westen, als allgemein bekannt, da "religiöse" Institutionen sehr darum bemüht waren, jene zu ignorieren, auszustoßen oder zu ermorden.


Deshalb gibt es, vor allem im Westen, kaum Verständnis für erleuchtete Lehrern*innen (Gurus, Meister), die andere Menschen in ihre Erleuchtung begleiten.


Doch es gab im Westen nicht wenige „Erleuchtete“ neben Jesus. Um nur einige zu nennen: Meister Eckhart, Johannes vom Kreuz oder Johannes Tauler.


Aufgrund ihrer Lehren liegt die Vermutung nahe, dass es auch unter den bekanntesten Philosophen „Erleuchtete“ gab: Sokrates, Platon oder Epikur.


„Erleuchtete“ gibt es auch in unserer heutigen Zeit. Unter anderem: Eckhart Tolle, Mooji, Adyashanti oder Gangaji (Stand: Juni 2020).


Warum kann es nützlich sein, die „Erleuchteten“ auf eine Ausnahmeerscheinung zu reduzieren?


Weil nur ein „Erleuchteter“ andere Menschen in die Erleuchtung begleiten kann.


Ein Gelehrter, Priester oder Professor kann das nicht, weil ein intellektuelles Verständnis von Erleuchtung nicht ausreicht.


Es gibt eine alte Weisheit, die besagt, dass die Lehre mit dem erleuchteten Lehrer stirbt.


Denn ohne einen „Erleuchteten“ verkommt jede spirituelle Lehre zu einem Bündel aus Dogmen und leeren Ritualen.


Ohne eine lebendige Verkörperung der Erleuchtung entstehen Gruppen mit Machtinteressen, die der Erleuchtung nicht dienen.


Vergessen wird dabei völlig, dass die Lehre der „Erleuchteten“ keinen Identifikationszweck zur Gruppenbildung hat. Im Gegenteil.


Die Lehren von Buddha, Jesus und aller anderen erleuchteten Lehrer verfolgten stets das gleiche Ziel: die Befreiung der Menschheit von allen persönlichen, kulturellen und gruppenbezogenen Identitäten.


Grund: Alle Menschen sind ihrem wahren Wesen nach gleich. Dieses Wesen nennt man Erleuchtung.


Zwischen Erleuchteten und Nicht-Erleuchteten zu unterscheiden, ist aus einer bestimmten Perspektive also sinnvoll: Damit jene, die die erleuchtete Ebene ihres Seins erkennen wollen, wissen, wo sie Unterstützung erfahren.


Doch sobald man einen „erleuchteten Lehrer“ gefunden hat, verliert die Unterscheidung zwischen Erleuchteten und Nicht-Erleuchteten an Bedeutung.


Obwohl es nur wenige Wesen gibt, in der sich die Erleuchtung ihrer selbst bewusst ist, solltest du dich nicht ausschließen.


Es ist für dich genauso möglich, Erleuchtung zu finden, wie für alle anderen auch. Du hast bezüglich deiner spirituellen Natur ohnehin keine Wahl.


Du bist die Erleuchtung. Schon seit Ewigkeiten. Und es ist dein Geburtsrecht, dir deiner wahren Natur bewusst zu werden.


Erleuchtete Lehrer*innen unterscheiden sich nicht in ihrer Erleuchtung von dir, sondern nur in ihrer Bewusstheit darüber. Daher können sie dich unterstützen.



Erleuchtung: Ein Weg?


Alle spirituellen Lehren, die auf die Erleuchtung abzielen, sind nichts als Werkzeuge, die sich selbst überflüssig machen.


Man könnte auch von Dornen sprechen, die dazu gedacht sind, deinen Dorn zu entfernen, um im Anschluss alle Dornen wegzuwerfen.


Der Wert einer Lehre misst sich nicht an ihrer Beliebtheit oder an der Zahl ihrer Anhänger*innen, sondern nur an der Nützlichkeit für dich.


Im Kern jedes spirituellen Weges geht es um zwei Dinge.


Erstens:

Es geht um die Maximierung deiner Lebensfreude, da jede Unwahrheit von dir abfällt, wenn sich dein Wohlbefinden erhöht.


Zweitens:

Es geht darum, die Zeitdauer auszudehnen, in der du nichts denkst, nichts tust und nichts willst (Meditation). Warum?


Weil sich dadurch dein Energieverbrauch minimiert, so dass sich die Energie in dir bündeln und eine Kraft erwecken kann, die dir deine bereits vorhandene Erleuchtung bewusst macht.


Dieser Prozess ähnelt dem Einschlafen, da du deine Aktivitäten dabei auch loslassen musst, damit eine Wirkung entsteht.


Nur wirst du auf deinem Weg nach Innen nicht unbewusst, wie beim Einschlafen, sondern überbewusst.


Ein erleuchteter Lehrer oder eine erleuchtete Lehrerin kann dich in diesem Prozess des Loslassens und in der Maximierung deiner Lebensfreude unterstützen.



Fazit: Erleuchtung – Was ist das?


Erleuchtung ist die Wahrheit, die du bist. Und das Schöne an der Wahrheit ist: Niemand kann sie dir geben, sie ist dein Wesen.


Und jenes kannst du nur selbst erkennen.


In Liebe

Anssi

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