Was wäre, wenn ...
du absolut frei von der Welt sein könntest und gleichzeitig erkennen würdest, dass absolut alles in der Welt ein Teil deines Wesens ist? Unmöglich? Hier meine Story: Vom Vodkahändler zum Guru.

BEKANNT AUS:

Hallo geliebtes Wesen,

der Tag, an dem sich mir das größte Wunder meines Lebens offenbarte, begann schmerzhaft.

Wir schreiben den 21. Januar 2009. Ort: Berlin. Alter: 29. Beruf: Vertriebler im Vodkahandel. Interesse an spiritueller Erleuchtung: Null.

Meine damalige Partnerin hatte sich von mir getrennt, ohne Nennung von Gründen, und der zerreißende Schmerz in meinem Bauch ließ mir keine Ruhe. Ich fühlte mich minderwertig. Und ja: unfair behandelt.

In dieser Stimmung saß ich zuhause, als mir etwas einfiel: Ich hatte mir doch dieses eine Buch gekauft. Jakob, einer meiner engsten Freunde, hatte mir eingeredet: "Du musst dir das Buch kaufen!" Gesagt, getan. Ich ahnte nicht, dass dieses Buch meine ganze Realität verwandeln würde. An diesem Tag.

 

Da ich den Trennungsschmerz nicht mehr ertragen wollte, bot die Aussicht auf die Lektüre eine willkommene Ablenkung. Also holte ich das Buch aus meinem Regal, setzte mich zurück auf mein hellgraues Sofa und begann zu lesen. Titel: Jetzt – Die Kraft der Gegenwart, von Eckhart Tolle.

Ich hatte keine Ahnung, worum es in diesem Buch ging, aber schon die Überschrift des ersten Kapitels knallte wie eine mentale Ohrfeige: „Du bist nicht dein Verstand“.

 

Sofort tauchte eine Frage in mir auf, die ich mir noch nie gestellt hatte: Kann es wirklich so sein, dass ich nichts von dem bin, was ich denke? Gar nichts?

 

Falls der Autor recht hatte, konnte es nur eine brisante Schlussfolgerung geben: Ich wusste nichts. Denn alles, was ich wusste, war eindeutig in meinem Verstand. Doch jener war ich scheinbar gar nicht.

Als Bücherwurm bildete ich mir einiges darauf ein, viel zu wissen. Die Idee, dass ich scheinbar gar nichts weiß, hätte mich eigentlich abstoßen müssen, aber sie faszinierte mich. Vielleicht, weil sie die Aussicht auf etwas Neues bot.

Von da an konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Ich musste unbedingt herausfinden, ob es wahr ist, dass ich nicht mein Verstand bin. Und es dauerte nicht lange, bis ich die Wahrheit fand – oder sie mich?

Zu meinem Bedauern erinnere ich mich nicht, welcher Satz im Buch es war, doch sobald ich ihn gelesen hatte, machte er alles Gelesene überflüssig, denn: ein Wunder geschah. Ein Wunder, das jenseits aller für mich vorstellbaren Möglichkeiten lag.

Plötzlich war ich ein komplett anderes Wesen. Ein grenzenloses Wesen. Ein Wesen, das meine ganze Umgebung ausfüllte und darüber hinausging, jenseits von Raum und Zeit.

Plötzlich war „ich“ nicht mehr ich. Mein ganzes Ich war völlig aus meinem Geist verschwunden und mein Körper reduzierte sich auf einen kleinen Teil in mir. Ja, ich war nicht mehr im Körper, der Körper war in mir.

Ich wurde etwas Unbeschreibliches. Etwas, das glasklar wahrnehmen konnte, dass es nie geboren wurde, nie sterben konnte und schon seit einer zeitlosen Ewigkeit existierte. Etwas, das schon immer mein wahres Selbst war. Etwas, das die Essenz aller Wesen ist. Und nichts davon geschah in meinem Verstand.

Eine unermessliche Glückseligkeit erfasste mich. Eine Freiheit, die ich mir so nie hätte vorstellen können. Mein wahres Selbst war vollkommen frei vom Leid. Ich war immer in Sicherheit. Nichts hatte mich je bedroht. Und die Liebe, die ich im Außen suchte, war schon im Überfluss vorhanden – in mir. Ich war sie.

Das Ganze wurde schlagartig so real, dass mir die sogenannte „Realität“ nur noch wie ein Traum vorkam. Mein Körper und meine Umgebung waren nicht mehr so echt, nicht mehr so relevant, wie das, was im Jenseits mit mir identisch war.

An diesem Tag wurde mir bewusst, worauf alle Religionen in Wahrheit hingewiesen hatten: Nicht auf einen Glauben an Gott, so wie ich immer dachte, sondern auf die Entdeckung des Göttlichen in uns selbst. Eine göttliche Realität, die in uns ist, die wir selbst sind und die realer ist als die vergängliche Welt.

Ich verlor schlagartig alle Ambitionen. Sie waren nicht mehr nötig. Ohne jeden Zweifel konnte kein Zukunftsziel mir mehr Erfüllung bringen, als der Genuss an meiner wahren Natur im Hier und Jetzt. Was für eine unendliche Erleichterung.

Endlich gab es nichts mehr zu verbessern. Nichts mehr zu tun. Endlich reichte es, einfach nur zu sein. Endlich brauchte ich mich vor nichts mehr zu fürchten.

 

Der 21.01.2009 war der beste Tag meines Lebens und der Beginn einer völlig neuen Seinsweise.

Wie ich ein Guru wurde:

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