Wie ich ein Guru wurde

Leider wird das Wort Guru oft falsch oder negativ gebraucht. Daher möchte ich dich kurz aufklären, was Guru wirklich bedeutet. Dann erzähle ich dir, wie ich einer wurde.
 

 

Was bedeutet Guru?
Das Wort Guru stammt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt: Der, welcher die Dunkelheit vertreibt. Das ist die wahre Bedeutung. Fällt dir etwas auf?

 

„Der, welcher die Dunkelheit vertreibt“ sagt nichts darüber aus, was ein Guru dir gibt, sondern nur, was er dir nimmt. Warum? Weil diese Definition auf der Weisheit fußt, dass deine wahre Natur bereits vollkommen ist.

 

Ein Guru gibt dir nichts. Ein Guru nimmt dir etwas. Was?

 

Du hast einen unbewussten Wahrnehmungsfilter, durch den du dich selbst als ein getrenntes, leidvolles und nimmersattes Wesen erlebst, das du in Wahrheit nicht bist. Ein Guru hilft dir, diesen Wahrnehmungsfilter zu entfernen, ansonsten kannst du deine wahre Natur nicht sehen.

 

Jetzt, wo dir klarer geworden ist, was ein Guru ist, kann ich meine Geschichte fortsetzen.

Das nächste Wunder
Ein paar Monate nachdem sich mir meine wahre Natur eröffnete, traf ich meinen Vater in einer Zigarrenlounge. Wir tranken Kaffee und plauderten. Dann fragte er mich:

 

„Willst du nicht irgendwann mal einen Abschluss machen?"

 

Ich wusste nicht, was ich antworten sollte. Ich konnte ihm kaum sagen, dass ich keinen Abschluss brauche, weil ich jetzt erleuchtet bin und die Zukunft eine Illusion ist. Ich habe es versucht. War keine gute Idee.

 

Verständlich war, warum mein Vater mir diese Frage stellte. Ich war fast 30 Jahre alt, hatte etliche Jobs ausprobiert, keine klassische Karriere vorzuweisen, drei erfolglose Unternehmensgründungen hinter mir und vier Studiengänge abgebrochen: Informatik, VWL, Religionswissenschaft und Musikmanagement.

 

Mein Vater war einfach besorgt um die Zukunft seines Sohnes. Doch es gab für mich keinen Grund, eine Ausbildung zu machen oder nach irgendeinem Status in der Gesellschaft zu streben. Ich war einfach glücklich. Unendlich glücklich. Erleuchtung, Einkommen, Wohnung, YouTube – mehr konnte ich nicht wollen.

 

Ich vertröstete meinen Vater mit der Aussage, dass ich es mir überlegen würde. Doch seine Frage ging mir nicht mehr aus dem Kopf. So komisch das Folgende klingen mag:

 

Es erschien mir, als käme die Frage nicht nur aus der Besorgnis eines Vaters, sondern als würde auch Gott mir diese Frage stellen: „Willst du nicht irgendwann mal einen Abschluss machen?“

 

Es sprach eigentlich nichts dagegen. Lernen war etwas, das ich schon immer mochte. Also fragte ich mich schließlich: Wo würde ich gerne sitzen und kompetenten Menschen zuhören wollen, die etwas Interessantes zu sagen haben?

Nach einer Recherche im Internet, entdeckte ich die Paracelsus Heilpraktiker-Schule. Fachrichtung: psychologische Beratung und Psychotherapie. Kosten: 8000 Euro. Problem: keine Kohle. Motivation: Äh.

 

Beim nächsten Treffen mit meinem Vater fragte er mich erneut:

 

„Und? Hast du es dir noch einmal überlegt?“
„Ja, da gibt es eine Schule für Heilpraktiker, die mir gefällt“, antworte ich.
„Was kostet das?“, erwiderte mein Vater.
„8000 Euro“, sagte ich, ohne jegliche Hoffnung, dass das irgendwohin führen würde, denn:

Ich hatte weder den Wunsch, dass mein Vater mir meine Ausbildung bezahlt, noch den Glauben, dass er es täte. Und wo ich 8000 Euro auftreiben sollte, war zu diesem Zeitpunkt ein ignorierungswürdiges Mysterium.

Einige Wochen später saßen wir wieder in der Zigarrenlounge:

„Und? Willst du die Ausbildung immer noch machen?“, fragte mein Vater.

Aus meinem Mund kam ein belangloses „Ja“ heraus.

„Hier. Von Opa.“, sagte mein Vater und überreichte mir einen Umschlag. Darin 8000 Euro in bar.

Ich war fassungslos. So etwas war mir noch nie passiert. Ich konnte nicht anders, als anzunehmen, dass das ein Zeichen war und ich diese Ausbildung wirklich machen sollte.

 

 

Vom Schüler zum Lehrer
Ich liebte es, in der Heilpraktiker-Schule zu sein.

 

Ich hatte zwar immer noch keine Zukunftspläne, aber immer wenn ich im Klassenraum saß, begleite mich dieses erfreuliche Gefühl, als sei ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Bis ein Problem auftrat.

 

Wie sich herausstellte, war es ein Bestandteil der Ausbildung, einen einstündigen Vortrag halten zu müssen. Man sollte wählen, ob man über ein psychologisches Thema spricht oder ein Projekt vorstellt, dass man als zukünftiger Heilpraktiker umzusetzen gedenkt. Für mich ein Dilemma.

 

Ich brauchte keinen Zukunftsplan, konnte daher auch kein Projekt vorstellen. Und ungeachtet dessen, dass mich die Psychologie interessierte, hatte ich für mich eine viel tiefere und heilsamere Wahrheit erkannt, die nicht Teil der Ausbildung war: die spirituelle Selbsterkenntnis.

 

Es war für mich absolut klar, dass ich keinen authentischen Vortrag halten kann, wenn ich über ein psychologisches Thema spräche oder über einen Zukunftsplan. Beides war mit meiner tiefsten Wahrheit nicht vereinbar. Doch was sollte ich jetzt tun?

 

Ich dachte darüber nach, die Ausbildung zu beenden. Doch dann fiel mir etwas ein, das ein wenig riskant war, mich aber aus dem Dilemma befreien könnte und mich vielleicht meine Ausbildung fortsetzen ließe.

 

Ich erwog es, meine Dozentin zu fragen, ob ich anstelle des Vortrags einen sogenannten „Satsang“ abhalten dürfte. Ich könnte ihr erklären, dass dies einem Vortrag ähnelte, nur dass er improvisiert sei und die spirituelle Selbsterkenntnis behandeln würde. Ich fragte sie.

 

Wie es das Schicksal so wollte, war meine Dozentin in spirituellen Kreisen unterwegs. Daher wusste sie sofort, was ich mit „Satsang“ meinte und gab mir ihre freundliche Zustimmung. Geschafft! Nächstes Problem: Ich hatte noch nie einen Satsang abgehalten.

 

Als mein Tag gekommen war, bestand meine Herausforderung darin, mich eine Stunde lang vor 33 Leuten hinzusetzen, ohne zu wissen, was ich sagen werde, und zu schauen, was spontan gesagt werden will.

 

Es funktionierte. Es funktionierte so gut, dass meine Dozentin und viele meiner Mitschüler geradezu begeistert waren. Danach änderte sich alles.

 

Ab diesem Zeitpunkt verging kaum eine Unterrichtspause, ohne dass ich von meinen Mitschülern allerlei Fragen gestellt bekam.

 

Ich erlebte, dass es mir viel Freude machte, Lebensfragen zu beantworten. Und die Wertschätzung, die ich für meine Antworten erhielt, hatte ich so auch noch nie erfahren.

 

Irgendwie schien das „mein Ding“ zu sein. Und so hatte meine Guru-Rolle ungeplant begonnen.

 

 

Schlusswort
Ich wollte nie ein Guru werden. Wer ist schon so bekloppt und stellt sich damit in die Öffentlichkeit?

 

Doch das Leben führte mich von ganz alleine in diese Rolle. Und irgendwann machte ich sie einfach offiziell.

 

Als der erste meiner Schüler zu seiner wahren Natur erwachte, wusste ich endgültig, dass dies meine Berufung ist. Die Ausbildung habe ich übrigens abgeschlossen.

 

Aufgrund meiner alltäglichen Erfahrung, in einem erleuchteten Zustand zu leben, und meinem tiefen Vertrauen, dass dies auch für dich möglich ist, wüsste ich nichts, was mehr Wert für dich haben könnte, als zu realisieren, wer du wirklich bist.

 

Daher ist es mir eine große Freude, dich auf deinem Weg zu begleiten und deine „Dunkelheit zu vertreiben“.

 

Auf dass du deine wahre Größe, deine bedingungslose Freiheit und deine gegebene Vollkommenheit erkennst, die deine ewige Natur ist.

 

Für deine Erlaubnis, dir helfen zu dürfen, deinen inneren Reichtum zu entdecken, bin ich dir sehr dankbar.

In Liebe
Anssi

 

P.S.

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